Der Aszendent
Neben der Sonne sind natürlich auch noch andere Faktoren wichtig. So war schon im Altertum bekannt, dass der Punkt, an dem der Ost-Horizont den Tierkreis schneidet, einen entscheidenden Einfluss auf das Leben eines Neugeborenen ausübt, ganz besonders, wenn zu dieser Zeit auch noch ein Planet aufgeht.
Dieser Punkt heißt Aszendent (von lat. ascendere = aufgehen). Ihn zu berechnen ist etwas kompliziert und auch nur dann sinnvoll, wenn die Geburtszeit genau bekannt ist. Alle zwei Stunden geht ein neues Zeichen auf, und im Laufe eines Tages dreht sich die Erde auf diese Weise durch den ganzen Tierkreis.
Die vier Elemente
Nach frühester astrologischer Tradition werden die Tierkreiszeichen in Gruppen zusammengefasst. Das Weltensystem der alten, aus dem Orient stammenden Astrologie war geozentrisch. Die Kreisbewegungen der Planeten um die Erde wurden mit den linearen, zeitlich begrenzten Bewegungen der vier klassischen Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde kombiniert.
Die Vier-Elemente-Vorstellung wurde von Ptolemäus mit der Astrologie in Verbindung gesetzt. Er ordnete je drei Tierkreiszeichen den vier Elementen zu. Man spricht hier von Triplizität oder der Verknüpfung von drei Tierkreiszeichen in vier Gruppen. Aus der Stellung der Planeten in den entsprechenden Tierkreiszeichen ergibt sich die Elementnatur. Wer in einem bestimmten Element geboren ist, hat entweder eine luftige oder feurige Natur und ein entsprechendes Temperament oder Schicksal. Die Menschen, denen die Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser zugeordnet werden, haben außerdem in ihrer Geburtsstunde eine bestimmte Konstellation von Sonne, Mond, Aszendent oder Planeten, die sich auch auf ihr Charakterbild auswirkt.
Nachfolgend werden die einzelnen Elemente und die astrologisch dazugehörigen Tierkreiszeichen aufgeführt:
Das Element Feuer (Widder, Löwe und Schütze) ist optimistisch, liebt Bewegung, ist unternehmungslustig und voll von körperlicher Energie. Der Partner verkörpert teilweise einen Mythos, also eine fantastische Gestalt, die über die Realität hinausgeht. Die Bindung in einer Partnerschaft sind gemeinsame Unternehmungen, Sport, Dynamik. Sex ist für Feuerzeichen eine wichtige Angelegenheit, bei der sie ihren Körper transzendieren und eine Art spiritueller, ekstasischer Vereinigung spüren wollen.
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Das Element Erde (Stier, Jungfrau und Steinbock) ist realistisch und neigt deswegen zu Pessimismus und Melancholie. Es liebt Materie, also Besitz, sinnliche Vergnügungen, Arbeit und Status. Der Partner sollte ständig anwesend sein; moderne Beziehungen mit langer Trennung können Erdzeichen nicht ertragen. Die Bindung in einer Partnerschaft sind Vertrautheit, gemeinsamer Besitz, Familie, Kinder, eine gute Position in der Gesellschaft, gutes Essen und angenehme Sinneseindrücke. Sex ist für Erdzeichen eine tiefe, körperliche Erfahrung, ohne Über- oder Untertöne. Eine romantische Umgebung kann wichtig sein, Gespräche beim Sex sind eher störend.
Das Element Luft (Zwillinge, Waage und Wassermann) liebt die Freiheit und redet gern. Es ist kontaktfreudig und muss die Wirklichkeit durch ein geistiges System ordnen. Luftzeichen lieben geistvolle Gespräche und nehmen die Welt leicht. Der Partner kann weit weg sein; Telefongespräche ersetzen dann den körperlichen Kontakt. Die Bindung in einer Partnerschaft sind geistige Auseinandersetzungen, Gespräche und Ideen. Sex ist für Luftzeichen nicht so wichtig. Gespräche, also Verbal-Erotik, können den eigentlichen Akt ersetzen bzw. wichtiger werden als die körperliche Vereinigung.
Das Element Wasser (Krebs, Skorpion und Fische) lebt in einer Welt von Vorstellungen, Fantasien und Gefühlen. Manchmal mangelt es ihm an Durchsetzungskraft, dafür ist es von hohem Einfühlungsvermögen geprägt. Der Partner sollte anwesend sein, weniger als Person denn als gefühlvolles, zugewandtes Wesen. Die Bindung in einer Partnerschaft sind gemeinsame Träume und liebevolle Zuwendung. Sex ist für Wasserzeichen Ausdruck einer gefühlsmäßigen Übereinstimmung, niemals Selbstzweck.
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Die Wassermann-Frau in der Liebe
Sie hat es in einer nüchternen, technokratisch und männlich-orientierten Welt leicht, sich mit den kosmischen Gegebenheiten ihres männlichen Luftzeichens auseinanderzusetzen und sich dessen Talente und hochgeistigen Begabungen ungezwungen zu bedienen. Dass es oft auf Kosten ihrer natürlichen Weiblichkeit geht, kann sie verhältnismäßig leicht verschmerzen.
Eine echte und aufopfernde Mutter für die Kinder ihres Geliebten wird sie in den seltensten Fällen spielen wollen. Liebt sie es doch viel mehr, ungebunden und emanzipiert ihren sinnlich-emotionalen Bedürfnissen direkt und erfolgssicher nachzugehen. Das macht unsere Wassermann-Frau so herrlich unkompliziert im Umgang mit den Männern, und diese wissen es auch zu schätzen. Doch sie hat auch ihre Allüren und Besonderheiten im zwischenmenschlichen Umgang, die beachtet werden sollten.
Die größte Schwierigkeit auf dem Weg zur vollendeten partnerschaftlichen Harmonie ist das trotzige, Wassermann-typische Festhalten an der langsam erworbenen Persönlichkeitsstruktur, die sie nicht Hals über Kopf durch eine Liebesaffäre aufs Spiel setzen will.
Aber auch im alltäglichen „Eheleben” spielt sie ungern die Rolle der treu sorgenden Eva am heimischen Herd und verlangt in allen Bereichen Gleichberechtigung, sei es im Beruf, in der Freizeit und im Liebesleben. Liebend gerne bedient sie sich ihrer natürlichen weiblichen Waffen, um daheim oder auch im Beruf zum gewünschten Erfolg zu kommen.
Für unsere seelisch-emotional unterkühlte Wassermann-Frau ist es daher ein Leichtes, sich von Partner zu Partner zu hangeln, um die jeweilig besten Angebote geschickt und clever für sich auszunutzen. Dies bringt ihr auf dem Markt der freien Herzen den Ruf einer männerfressenden „Emanze” ein, mit der „mann” es nicht leicht hat, ungeschoren davonzukommen. Nur der wahrhaft tapfere und unerschrockene Held sollte ein „Techtelmechtel” mit ihr anzetteln. Sensible, schüchterne Gefühlstypen und Träumer haben bei ihr keine Chance. Sie braucht einen exklusiven, imposanten Vollblut-Mann.
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Die hohen Ansprüche, die sie an sich und ihr Leben stellt, soll auch ihr Liebster in einer nicht zu engen Partnerschaft erfüllen. Dass sie aber dafür eine Gegenleistung erbringen muss, kommt ihr selten in den Kopf. Sie ist so von sich selbst und ihrer einmaligen, weiblichen Persönlichkeit und Anziehungskraft überzeugt, dass sie es für eine Gnade ansieht, wenn ein anderer mit ihr denselben Raum und die gleiche Luft teilen darf.
Doch oft wird sie an ein Persönlichkeits-Monster männlicher Art kommen, dem sie dann hilflos ausgeliefert ist. Von ihm wieder loszukommen, dazu braucht sie ihre ganze persönliche Kraft und Energie. Sie wollte die einmalige großartige Liebe, jetzt hat sie sie am Hals und weiß nicht mehr, wie es weitergeht. Klar, eine Trennung hat sie schon längst hinter sich, aber sie fand in der erneuten Suche nach einer festen Stütze und nach Verständnis für ihre eigensinnigen Ansprüche keinen vollwertigen Partner. Also kehrt sie notgedrungen zu ihm zurück, indem sie die neue Zusammenkunft als zufälliges Ereignis gestaltet. Sie erweckt die alte Liebe wieder zum Leben.
Bald jedoch wird sich diese Partnerschaft wieder in den alten Gleisen von eingefahrenen Gewohnheiten und persönlichen Verteidigungsstrategien bewegen. „Verdammt nochmal, was mache ich eigentlich immer verkehrt, warum klappt es wieder nicht mit meiner Liebe?”
Dies ist erst der Anfang eines langen, Wassermann-typisch schmerzhaften Erkenntnisprozesses der Selbstfindung, der immer mit einem gesunden Egoverlust enden wird, wenn sie diesen Weg bis zum Ende geht. Dann erfährt sie Freude und gelöste Heiterkeit im sorglosen Umgang mit Seele, Liebe und Leidenschaft. Unsere Wassermann-Frau sollte nicht versuchen, ihre weibliche Natur und ihre sinnlich-emotionalen Ansprüche an umfassende Erfüllung in die Enge und Starrheit ihrer geistigen Vorstellungswelten einzugliedern.
Ein langer Weg vom Kopf zum Herzen. Aber der einzige Weg, der ihr die Geheimnisse „Mensch” und „Liebe” voll und ganz aufschlüsselt. Sie braucht einen ganzen Mann für diesen langen und beschwerlichen Weg.
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Der Wassermann-Mann in der Liebe
Wie alle anderen astrologischen Luftzeichen hat auch unser eigenwilliger Wassermann-Adam seine Schwierigkeiten mit diesem rational unbegreifbarem Etwas, das sich Seele und Gefühlsleben nennt. So ist auch seine Liebesfähigkeit eher eine Kopfentscheidung, ob er den damit verbundenen Gefühlsmomenten die Erlaubnis geben soll, in seinem Leben eine Hauptrolle einzunehmen.
Unser bizarrer Menschenfreund mit dem Hang zur seelischen Einsamkeit hat es dadurch leicht, sich über die für ihn schwülstigen, sinnlich-emotionalen Bedürfnisse seiner Partnerin hinwegzusetzen. Das bringt ihm unweigerlich den Ruf eines gefühlskalten Einzelgängers ein, der über Gefühlsleichen wandelt.
Aber diese Verhaltensstrategie ist nur ein persönliches Schutzschild für ihn, hat er doch im Grunde keinen blassen Schimmer, wie in einer erfüllten Liebesaffäre mit dem sensiblen Instrument der Gefühle gespielt werden soll. Dickköpfig und stur setzt er seine Erfahrungsmomente als das “Nonplusultra” an und verlangt von seiner Partnerin, ihn einfach so zu nehmen, wie er sich gibt. Er lässt sie ja auch in Ruhe, und sie kann machen, was sie will.
Also macht er auch, was er will, und das besonders im zwischenmenschlichen Bereich. Sicherlich
ist er ein begnadeter Entdecker und Erfinder, der ein Faible für die allerneuesten gesellschaftlichen und futuristischen Strömungen hat. Gerade auf partnerschaftlichem Gebiet jedoch versagt des Öfteren seine geniale Kunst, aus dem Geistigen neue Lösungen für die menschlichen Grundbedürfnisse zu entwickeln.
Unser eigenwilliger Held kann, bildlich gesehen, die größten und stilistisch schönsten Brücken konstruieren, deren ausgeklügelte Statik und Belastungsfähigkeit einen kleinen Ausschnitt aus seiner genialen Weitsichtigkeit widerspiegelt. Doch als Brückenbauer auf partnerschaftlichen Gebieten finden wir hier eher den Typus des vom Leben herb enttäuschten Wassermann-Adams. Oft hat er sich allzu egoistisch und seelisch abweisend den Weg zu seinem Herzen verbaut.
Bei unserem geistig fixierten Helden finden wir oft einen besonderen, tragikomischen partnerschaftlichen Schlagabtausch mit einem ehemals geliebten Menschen. In seinen Augen hat dieser es nie verstanden, ihn ganz und gar so anzunehmen und so zu akzeptieren, wie er ist.
Doch für andere, mehr gefühlsmäßig orientierte Tierkreiszeichen erscheint unser skurril vergeistigter Held eher als eigensinniger und mit der Zeit immer mehr verschrobener Einzelgänger, mit dem auf Dauer keine echte tief greifende Partnerschaft wachsen kann.
Zu abrupt wechselt unser aus dem Kopf lebender Held die Pferde mitten im wilden Galopp und
schlägt für seinen Partner einen nicht voraussehbaren Lebensweg ein. Das hält auf Dauer kein „normaler” Mensch aus. Doch den normalen Menschen sucht er ganz bestimmt nicht, am allerwenigsten in der Liebe.
Nein, eine ganz ausgefallene Liebe sollte es schon sein. Seine Wunschfrau ist eine selten zu verwirklichende, unbefriedigende Projektion seiner Seele, die gerne aus dem geistigen Gefängnis seiner Welt entfliehen möchte. Ein immens hoher Anspruch an seinen Partner ist meist die Folge davon.
Aber es gibt auch Wassermann-Männer, die mit sich und der Welt ins Reine gekommen sind und die ihr besonderes Schicksal angenommen haben und versuchen, mit dem Kopf unterm Arm aus der Mitte des Bauches zu leben. Das sind die wahren Menschenfreunde, die geborenen, verständnisvollen Liebhaber, die gleich von vornherein klarstellen, dass sie keine normale Ehe und keine Beziehung auf Dauer anstreben. Viel lieber lassen sie sich frei und ungebunden von Gefühl und Geist tragen. Einer flüchtigen und ereignisreichen Begegnung gegenüber sind sie sehr aufgeschlossen. Sie ziehen es aber schnell wieder vor, sich aus dem Verhältnis zu lösen, wenn sie merken, dass es wieder mal sehr eng für sie ums Herz wird.
So bleibt unser Wassermann-Adam seinen Partnern ein ganzes Leben ein Buch mit sieben Siegeln, dessen menschliches Geheimnis er sich selbst zu finden vorgenommen hat, das ist das ganze Problem dabei. Man könnte sagen, sie geizen mit Liebe, haben sie doch den nie versiegenden Urquell dieser Erfahrungswelt noch nicht vollständig in sich entdeckt und erschlossen.
Und auf dieser eigenwilligen, unbeschreiblich fremd wirkenden Suche nach dem persönlichen Schlüssel zu sich selbst bleiben viele unserer Helden auf dem Weg stecken und verstricken sich in egoistische, weltfremde Anschauungen und Einsichten, die selten jemand ganz nachvollziehen kann. Es fehlt die Kraft, sich ganz und gar in eine rundum erfüllte und sinnlich-emotional bereichernde Liebe zum du einzubringen. So hofft ein Wassermann-Mann immer, die einzig wahre und echte ihn liebende Frau zu finden, die ihm aus diesem kosmischen „Schlamassel” heraushelfen wird.
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