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Wissenschaft und Astrologie

Posted by admin on March 29th, 2012 and filed under Astrologie | Comments Off on Wissenschaft und Astrologie

Ich habe mich kritisch über Wissenschaftler und ihre Weigerung geäußert, sich ernsthaft mit der experi­mentellen Arbeit der Astrologen zu befassen; wir können dennoch recht gut einsehen, warum dem so ist. Wissen­schaftler halten sich an bestimmte Verfahrensregeln, die im Verlauf der Jahrhunderte etwas Sakrosanktes bekamen, weil man feststellte, dass sie funktionierten. Die meisten Astrolo­gen halten sich nicht an diese Regeln und begehen alle mögli­chen Arten von Verstößen, welche die Orthodoxen in Wut versetzen. Sie stellen Behauptungen auf, denen es an Sub­stanz oder zumindest an Begründung fehlt; und gerade die Argumente, die viele von ihnen zugunsten der Astrologie an­führen wollen, wie etwa die Behauptung, dass die Astrologie eine lange Ahnengalerie habe – die meisten Astrologen grei­fen ja tatsächlich auf die uralten Lehren zurück -, sprechen in wissenschaftlichen Kreisen gegen sie. Wenn die Astrologie eine Wissenschaft ist, dann dürften wir erwarten, dass sie über die primitiven Regeln und Anweisungen, die vor rund zwei Jahrtausenden niedergelegt wurden, inzwischen hin­ausgewachsen ist. Warum hat es so wenig Fortschritt gege­ben? Warum sind wir heute einem Beweis für astrologische Behauptungen nicht näher, als man es damals war?

Wie sehr wir es bedauern mögen: wir müssen zugeben, dass solche Kritiken gewichtig sind. In diesem Buch haben wir versucht, die besten Arbeiten zu untersuchen, die von An­hängern der Astrologie durchgeführt wurden, und allzu oft mussten wir feststellen, dass sie in ihrer Konzeption amateur­haft, in der Durchführung fehlerhaft und in der statistischen Analyse des Materials alles andere als streng waren. Selbst die am häufigsten zitierten Studien haben Schwächen, die sie als schlüssige Beweise ausscheiden ließen. Vielleicht sollten wir nicht allzu überrascht sein. Wissenschaft ist eine anspruchsvolle Disziplin, die Übung und Erfahrung verlangt. Es gibt viele Regeln des Experimentierens und der statistischen Analyse, die einem Außenstehenden pedantisch vorkommen mögen, in Wirklichkeit aber unerlässlich für ei­nen Erfolg sind. Ich habe an anderer Stelle Beispiele schein­bar trivialer technischer Einzelheiten angeführt, die die Re­sultate eines Experiments völlig auf den Kopf stellten. Der Hauptfehler, auf den wir immer wieder zurückgekom­men sind, ist der Mangel an Replikationen. Es genügt nicht, dass ein zweiter Forscher sich auf eigene Faust auf einen ähn­lichen Weg macht. Will er die ursprüngliche Forschung bestä­tigen, muss er sie in der gleichen Form replizieren. Und wenn er dann die gleichen Resultate erzielt, dient seine Arbeit als Be­stätigung. Natürlich ist es aufregender, neue Ideen in die Welt zu setzen, als diejenigen eines anderen zu überprüfen, und ein Gläubiger empfindet natürlich keine große Freude bei dem Gedanken, ein Resultat zu widerlegen, das seinen Glauben bestätigt. Doch dies ist die einzige Möglichkeit, wie eine wahre Wissenschaft voranschreiten kann. Eine Hypo­these muss wiederholte Versuche überleben, sie zu zerstören. Nur dann können wir Vertrauen in sie setzen. Die Replikation wird besonders wichtig, wenn das Ergebnis eines Resultats unerwartet ist und Implikationen hat, die sein Forschungsgebiet revolutionieren müssten. Es ist durchaus verständlich, dass andere Wissenschaftler nicht bereit sind zu­zulassen, dass Theorien, die über Jahre hinweg in gewissenhafter und strenger Forschung aufgebaut wurden, deswegen aus dem Fenster geworfen werden, weil ein Experiment nicht mit ihnen übereinstimmt. Sie verlangen wirklich überzeu­gende Beweise, und ein gewissenhafter Forscher macht sich daran, sie zu liefern.

Eine solche Situation ergab sich bei den klassischen Experi­menten Michelsons und Morleys. 1887 versuchten diese Phy­siker, die absolute Geschwindigkeit der Erde im Raum durch den hypothetischen Äther zu messen, indem sie die Lichtge­schwindigkeit in verschiedenen Richtungen verglichen. Zu ihrer völligen Überraschung schien die Geschwindigkeit in allen Richtungen die gleiche zu sein: als ob sich die Erde überhaupt nicht bewege. Die beiden Forscher akzeptierten ihre eigenen Resultate nicht; stattdessen wiederholten sie das Experiment, doch mit einer besseren Apparatur. Die Er­gebnisse waren die gleichen wie zuvor. Erst nachdem die bei­den im Anschluss daran zahlreiche Replikationen durchge­führt hatten, wurde ihr Ergebnis als Faktum akzeptiert. Man beachte, dass sie ihr erstes Resultat weder als offensichtlich falsch ablehnten, noch dass sie es unkritisch gelten ließen. Ein Wissenschaftler hat nicht zu glauben, dass ein Resultat richtig oder falsch ist, sondern er kann mit dem Urteil warten, bis er in der Lage ist, eine auf Kenntnisse gestützte Meinung anzu­bieten. Das Ergebnis von Michelson und Morley ließ sich nach vorhandenen Theorien nicht erklären; es passte nicht zu den Theorien Galileis und Newtons. Eine neue Theorie war erforderlich, die auf die neuen Resultate Rücksicht nahm; sie lag später mit Einsteins Relativitätstheorie vor. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass dann, wenn die Lehren der traditionellen Astrologie als richtig nachgewiesen würden, dies unser Studium der physischen Welt revolutio­nieren müsste. Dies wäre bereits dann der Fall, wenn die Ab­weichung vom erwarteten Verlauf der Ereignisse nur ganz gering wäre. Wenn beispielsweise die Tierkreiszeichen tat­sächlich mit dem persönlichen Schicksal korrelieren sollten, wäre damit schon bewiesen, dass dieser Einfluss überhaupt besteht, wie gering er auch im Vergleich mit anderen Fakto­ren sein mag. Wir wären gezwungen, unsere gängigen Vor­stellungen radikal zu ändern.

Dies war gerade das Faszinierende an den meisten Studien, die wir beschrieben haben. Denn man muss zugeben, dass sehr wenige von ihnen, selbst wenn sie immer wieder überzeugend repliziert wurden, etwas ergeben könnten, das einen prakti­schen Nutzen hätte. Wenn sich bei einem unter einer be­stimmten Planetenkonfiguration geborenen Menschen die Chance geringfügig erhöht, dass er eine unglückliche Ehe ein­geht – etwa ein Prozent über der normalen Erwartung-: wie viel hilft man ihm damit, dass man ihm dies sagt? Vernünftig wäre es nur dann, nach diesem Wissen auch zu handeln- etwa indem man unverheiratet bliebe -, wenn der Einfluss um ein Vielfaches größer wäre. In keiner der überzeugenderen Stu­dien, die wir durchgearbeitet haben, findet sich ein Hinweis darauf, dass wir es mit einer Wirkung zu tun hätten, die so gra­vierend wäre, dass sie praktische Bedeutung erlangte. Im gro­ßen Ganzen ist es wohl richtig, wenn man sagt, je überzeugen­der ein Experiment ist, um so mehr befasst es sich mit winzigen Abweichungen von der Wahrscheinlichkeitserwartung, die gewiss revolutionäre Implikationen für die Wissenschaft haben könnten, aber genau so gewiss für niemanden eine Hilfe bei seinen persönlichen Entscheidungen wären.

Die Wurzeln des Glaubens

All diese Kritiken lassen sich also gegen die traditionelle Astrologie richten, und ebenso kann man ihr die peinliche Tatsache entgegenhalten, dass sich ihre Praktiker untereinan­der nicht einig sind. Es gibt nicht eine Astrologie, sondern mehrere Astrologien – eine europäische, eine indische, eine chinesische -, und unterschiedlich orientierte Astrologen lei­ten daher aus denselben Phänomenen unterschiedliche Vor­hersagen ab. Im Gegensatz dazu sind die Gesetze der Physik und der Astronomie überall auf der Welt gleich, und man sollte das Nämliche auch von der Astrologie erwarten, wenn sie sich wirklich auf Tatsachen gründete. Wissenschaft ist in ihren Theorien und ihren Ergebnissen international; das Un­vermögen der Astrologie, zu einem Komplex weltweit aner­kannter Regeln zu gelangen, muss nachdrücklich gegen sie sprechen. Warum glauben also so viele Menschen – sowohl Astrologen wie ihre Kunden – an die Astrologie und sehen in ihr eine wichtige Erkenntnisquelle?

Wir haben ihre quasi-religiöse Funktion erwähnt, die darin besteht, dass sie dem Leben einen »Sinn« unterlegt. Erinnern wir uns an ein Experiment, das vor vielen Jahren B. F. Skinner durchführte. Eine Anzahl hungriger Tauben durfte frei in einem Laboratorium herumlaufen, in dem in regelmäßigen Abständen alle paar Minuten von einem Apparat einige Ge­treidekörner verstreut wurden. Am folgenden Morgen konn­te man beobachten, dass die Tauben ein sehr seltsames Ver­halten an den Tag legten: einige liefen mit hochgerecktem Kopf umher; einige ließen den einen Flügel über den Boden schleifen, während sie den anderen nach oben streckten; und wieder andere machten unterschiedliche zwanghafte Bewe­gungen dieser oder jener Art. Geschehen war dieses: die hungrige Taube vollführt, während sie durch das Laborato­rium läuft, die unterschiedlichsten Bewegungen; wenn nun zufällig Getreide auf den Boden geworfen wird, während sie eine bestimmte Bewegung macht, zieht die Taube den Schluss, das Futter sei geworfen worden, weil sie diese Bewe­gung gemacht habe. Der Vogel wird nun immer wieder diese Gesten vollführen, in der Hoffnung, damit weiteres Manna vom Himmel herabzubeschwören. Aus purem Zufall wird dann abermals hin und wieder Nahrung auf den Boden ge­worfen werden, und der Vogel wird sich in seiner (völlig irri­gen) Hypothese bestätigt finden. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass er jene Bewegungen wieder voll­führt, bis er am Morgen umherläuft und sich überhaupt nicht mehr anders bewegen kann. So entsteht Aberglaube. Genauso werden sich ein Astrologe oder sein Kunde an die Gelegenheiten erinnern, bei denen ihnen das Getreidekorn in Gestalt einer erfüllten Prophezeiung vor die Füße gefallen ist. Sie werden die Gelegenheiten vergessen, bei denen es kein Getreidekorn gab. Niemand muss sich oder jemand an­deren bewusst täuschen: wir haben bereits gesagt, dass seriöse Astrologen im großen Ganzen ehrenwerte, intelligente und scharfsinnige Menschen sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass vielen Menschen der Glaube so leichtfällt, der Unglaube hingegen so schwer.

Abgesehen von der durch die Astrologie angebotenen Sinn-findung im Leben, die skeptischem Verhalten eher abträg­lich ist, gibt es auch noch andere Schwierigkeiten. Sie liegen in der Natur der Sache, mit der die Astrologie befasst ist: dem menschlichen Verhalten. Dieses stellt den Experimentator vor viele Probleme, die man auch aus dem derzeit unsiche­ren Zustand der Psychologie kennt, die nach einem Wort von William James eher eine Hoffnung auf eine Wissenschaft ist als schon eine ausgereifte Disziplin. Aussagen über phy­sikalische Substanzen lassen sich meist mit Sicherheit ma­chen, doch ist es weniger einfach, sichere Definitionen für psychische Zustände zu finden. Was genau meint man, wenn man sagt – was vielleicht ein Astrologe tut -, ein be­stimmter Mensch habe »Sinn für Humor«? Dass er häufig lacht? Oder dass er über die Scherze lacht, die wir machen? Oder dass er witzige Bemerkungen macht? Oder dass er sich selber nicht allzu ernst nimmt? Oder was sonst? Der Astrolo­ge, der sagt, sein Kunde habe Sinn für Humor, kann damit kaum danebentreffen; jedermann hat Sinn für Humor im ei­nen oder anderen Verständnis dieser Formulierung (oder glaubt, ihn zu haben), und er wird die Aussage des Astrolo­gen nach eben diesem Verständnis interpretieren. Dieses Einverständnis des Kunden wiederum wird den Astrologen wieder einmal von der Richtigkeit seiner Aussage und seiner »Wissenschaft« überzeugen.

Sodann ist da die Tatsache, dass die Astrologie eine sich selber erfüllende Prophetie sein kann. Wir erkundeten dieses Pro­blem im Zusammenhang mit der Hypothese, dass Introver­tierte unter den geradzahligen Tierkreiszeichen geboren wer­den, Extravertierte hingegen unter den ungeradzahligen. Wenn eine solche Vorhersage erst einmal weit genug bekannt ist, werden viele Menschen bei einer Beurteilung des eigenen Charakters von ihr beeinflusst – wenn diese Selbsteinschät­zung dann das Kriterium für die Kunst des Astrologen bietet, kommt es zu anscheinend positiven Ergebnissen, wiewohl diese keinerlei Beweiswert haben. Gegen diese stets vorhan­dene Gefahr hat man sich bei den Experimenten, denen wir begegnet sind, nicht immer abgesichert. Auch in den Vorstel­lungen der Astrologen über ihre Fähigkeit, eine Persönlich­keit mit astrologischen Mitteln diagnostizieren zu können, wurde diese Möglichkeit nicht berücksichtigt. Spielt dieser Tatbestand eine so wichtige Rolle, wie es sich nach unserer Meinung aus den Fallstudien ablesen lässt, dann wäre es ein weiterer gewichtiger Faktor, der mithilft, Astrologen und ihre Kunden an den Wert der Astrologie glauben zu lassen.

Künftige Möglichkeiten

Wenn uns Astrologen davon überzeugen werden, dass es an­dere, bessere Gründe dafür gibt, an die Wahrheit ihrer Leh­ren zu glauben – oder wenn sie einmal unter sich entschieden haben sollten, welche unter den einander widersprechenden Schulen der Astrologie die wahre sei-, dann müssen sich die­jenigen, die ehrlich meinen, sie praktizierten und lehrten nach sinnvollen Prinzipien, auf die schwierige Arbeit einlas­sen, nach richtigen Beweisen für ihre Hypothesen und Theo­rien zu suchen und sich dabei gesicherter Methoden der So­zialwissenschaften, insbesondere der Psychologie, bedienen. Eine Reihe von aussagefähigen Experimenten für dieses Ge­biet zusammenzustellen ist kein Problem; notwendig ist aller­dings, sie so durchdacht anzulegen, dass sie die vielen Fußan­geln in Rechnung stellen, auf die wir im Verlauf unserer Erör­terungen bisheriger Versuche hingewiesen haben. Wir hoffen daher, dass Astrologen ernsthaft die Aufgabe in Angriff neh­men, eine Wissenschaft aufzubauen und Zweiflern den Be­weis für die Stichhaltigkeit astrologischer Aussagen vorzule­gen, den sie bisher schuldig geblieben sind. Kann man annehmen, dass dies geschieht? Nach dem, was sich bisher abgespielt hat, erscheint es wahrscheinlicher, dass die meisten Astrologen damit fortfahren, sich um die mühse­lige Arbeit wissenschaftlichen Forschens herumzudrücken und die Kriterien der Wissenschaft abzulehnen, weil sie für ihre Kunst nicht angebracht oder unerheblich seien. Wir ha­ben oft Klagen darüber gehört, dass sich hartgesottene Wis­senschaftler eingemischt hätten, die in der Astrologie wirk­lich keine Rolle zu spielen hätten; Astrologen, die von der großen Wahrheit ihrer Disziplin überzeugt sind, sind meist der Ansicht, dass über den Beweis hinaus, den ihnen ihre Er­fahrung liefert, kein weiterer vonnöten sei. So wünschens­wert es wäre, dass sie die Last des objektiven Beweises akzep­tieren, so wenig wahrscheinlich erscheint es uns, dass sie es tun werden. Das wohl zu erwartende Ergebnis ist eine Fort­setzung der derzeitigen Politik, die sich in der Verbreitung von Behauptungen und Gegenbehauptungen erschöpft, oh­ne dass dafür ein Tatsachenfundament vorhanden wäre.

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Die Ursprünge der Astrologie

Posted by admin on June 16th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Die Ursprünge der Astrologie

Darstellungen über die Anfänge der Astrologie füllen ganze Bücher, und wir können hier nur eine knappe Skizze geben. Zunächst einmal müssen wir zwischen Astrologie und Astro­nomie unterscheiden, die gleichzeitig ihren Ursprung in Babylonien hatten. Die Astrologen behaupten gewöhnlich, die Astrologie sei ungemein alt und die Mutter der Astronomie, doch die tatsächlichen Anfänge der beiden Disziplinen sind nicht bekannt. Nach Zeugnissen, die bis zur Erfindung der Keilschrift um 3000 v. Chr. zurückdatieren, scheint es wahr­scheinlich, dass die Vorläufer der Astronomie die Himmelsbe­obachtungen waren, die man in Reaktion auf das Bedürfnis nach einem Kalender anstellte, um Jagd und Aussaat zu re­geln, und dass die Vorläufer der Astrologie einfach Zeichen­deutung und Weissagung waren.

Ein allgemeiner Kalender war wichtig, weil Babylonien ein großes Zentralreich war, in dem örtliche Kalenderabweichun­gen Probleme verursacht hätten. Nach Auskunft einer ausge­zeichneten historischen Darstellung von Toulmin und Good-field (1965) waren Zeichenweissagungen die natürliche Fol­geerscheinung des babylonischen Glaubens, dass die Him­melskörper Götter seien, die alles vom Wetter bis zum Ge­schick von Menschen und Staaten beeinflussen konnten. Da sich diese Götter nun nach Mustern bewegten, die man se­hen und aufzeichnen konnte, verstand man die Zeichendeu­tung nicht als Täuschung, sondern als die intellektuelle Her­ausforderung, den Gang des Schicksals zu verstehen. Über­dies waren in Babylonien religiöse Überzeugungen und politische Angelegenheiten in einem heute unvorstellbaren Aus­maß miteinander verwoben. Daher bestand, obwohl wir hier zwischen Astrologie und Astronomie unterschieden haben, in ihren Anfängen wahrscheinlich kein wesentlicher Unter­schied zwischen beiden. Sowie Beobachter einmal die Höhe der Sonne mit den Jahreszeiten und die Mondphasen mit dem weiblichen Zyklus in Zusammenhang gebracht hatten, dürfte man von solchen Einflüssen des Himmels auf die Erde wohl angenommen haben, dass sie sich auf alles erstreckten. In ihrem Überblick über die Ursprünge der Astrologie ver­weisen Culver und Ianna (1979) darauf, dass die Babylonier hätten kaum noch abergläubischer sein können. Sie sahen Schicksalszeichen in allen denkbaren Erscheinungen von ein­fachen Alltagsereignissen bis zum Zustand der Eingeweide von eigens geopferten Tieren. Nur einen kleinen Teil dieser Zeichen entnahmen sie den Bewegungen der Gestirne. Be­zeichnend für die ältesten erhaltenen babylonischen Zeichen­weissagungen ist diese von etwa 2470 v. Chr.: »Wenn man den Mond in der ersten Nacht des Monats sehen kann, wird das Land friedlich sein . . . Wenn der Mond von einem Hof umgeben ist, wird der König vorzüglich regieren. « So ähnlich klangen auch die Vorhersagen, die sich auf andere Erschei­nungen stützten. Auf dieser Grundlage scheint es wenig Zweifel daran zu geben, dass der Aberglaube die eigentliche Mutter der Astrologie war.

Es gibt zahlreiche prähistorische Steinmonumente allenthal­ben auf der Welt – so etwa die Pyramiden und Stonehenge -, die als Observationsstätten zum Studium des Himmels ge­dient haben mögen. Steintürme bis zu einer Höhe von fast hundert Metern gab es um 2000 v. Chr. in Babylon häufig (der Turm von Babel war wahrscheinlich einer davon). Man nimmt an, dass von diesen Türmen aus systematische nächtli­che Beobachtungen über die Himmelsbahnen des Monds und der Planeten angestellt wurden. Die wenigen Instrumente, welche die Babylonier benutzten – so etwa die Orientierungs­hilfen, die nach demselben Prinzip funktionieren wie die Sonnenuhr – waren ungenau. Dies spielte aber keine Rolle: Die Genauigkeit der babylonischen astronomischen Beobach­tungen (die jahrhundertelang unübertroffen blieb, bis die Griechen um 100 n. Chr. sie auch erreichten) rührte nicht von der Präzision einzelner Beobachtungen her, sondern vom Al­ter und der Beständigkeit ihrer sorgfältig geführten Aufzeich­nungen und dazu vom Vorhandensein eines zuverlässigen Kalenders, mittels dessen sie gedeutet wurden. Wenn tägli­che Aufzeichnungen aus Jahrhunderten für eine Analyse zur Verfügung stehen, fallen Ungenauigkeiten in den Einzelbe­obachtungen kaum ins Gewicht.

Biblische Hinweise auf eine frühe Astrologie stammen aus der Zeit um 760 v. Chr., wobei das Alte Testament mehrere Beispiele liefert. Um aus Jesaia zu zitieren: »Lass jetzt die Astrologen, die Sternschauer, die Monatswahrsager aufste­hen und dich vor den Dingen bewahren, die über dich ge­kommen sind. « Doch eine Astrologie, wie wir sie kennen, war erst möglich, als die Babylonier um 700 v. Chr. zu astro­nomischen Zwecken den 360-Grad-Tierkreis erfunden hat­ten. Um 600 v. Chr. hatten sie diesen Kreis in zwölf gleiche Teile unterteilt und jeden nach dem Sternbild benannt, das den größten Teil des Abschnitts einnahm. Wie wir später er­klären werden, haben sich diese Sternbilder dank der Präzes­sion (von der den Babyloniern damals nichts bekannt war) bis heute um nahezu ein Zeichen weiterbewegt. Erst 300 v. Chr. hatten die Babylonier die mathematische Astronomie entwickelt, die man benötigte, um die Bewegungen des Monds und der Planeten zu berechnen. So erweist sich die oftmals von Astrologen aufgestellte Behauptung, die Astrologie habe im Altertum als empirische Beobachtung begonnen, als unhalt­bar, weil bis zu dieser Zeit das dafür erforderliche astronomi­sche Wissen gar nicht vorhanden war. Das älteste bekannte Horoskop, das sich auf den Augenblick der Geburt bezieht, stammt aus dieser Epoche und gilt für den 29. April 410 v. Chr.; es besteht großenteils aus einer ein­fachen Zusammenstellung der Zeichenpositionen des Monds und von fünf Planeten. Spätere Horoskope sind ähnlich, doch detaillierter ausgearbeitet, und zuweilen findet sich eine kurze Deutung über Zukunftsaussichten im Hinblick auf Ge­sundheit und langes Leben.

Kein babylonisches Horoskop erwähnt den Aszendenten oder einen anderen Faktor als die Planeten in den Zeichen. Daher hat es den Anschein, als sei das meiste der heutigen Astrologie von den Griechen erfunden worden, nachdem diese, schon vor der Eroberung Babylons im Jahr 331 v. Chr., babylonische Vorstellungen übernommen hatten: Um 400 v. Chr. verwendeten sie babylonische Zeichennamen für die Monate eines Sonnenkalenders. Es waren die Griechen, die als erste dem Aszendenzzeichen besondere Bedeutung zu­maßen: es ist dasjenige, das im Augenblick der Geburt über dem Horizont heraufkommt. So stammt das Wort »Horo­skop« aus dem griechischen »horoscopos«, was wörtlich be­deutet: »Ich beobachte, was aufsteigt«.

Die älteste erhaltene astrologische Abhandlung ist das “Astronomicon” des Manilius von Rom, entstanden in der Re­gierungszeit des Augustus. 130 Jahre später, im Jahr 140 n. Chr., folgte ihr der klassische “Tetrabiblos” des Ptolemäus, dessen umfassende und detaillierte Darstellung von vielen modernen Astrologen als Evangelienwahrheit akzeptiert wird und das meiste technische Grundwissen der heute praktizierten Astrologie enthält. Sowohl Manilius wie Ptole­mäus bezogen sich ständig auf ältere Schriften, so dass ihre Bücher eine Kompilation schon früher bekannter Überliefe­rung waren. Zu einigen geringfügigen Änderungen kam es, als die Astrologie von den Griechen bei den Römern einge­führt wurde; so wurden beispielsweise die Planeten nach den römischen Göttern umbenannt.

Die Vorstellungen der griechischen Astronomie gelangten (verstärkt nach dem griechischen Einfall 327 v. Chr.) nach In­dien, wo sie mit Hindu-Symbolen ausgeschmückt wurden. Weil sich die spätere indische Astronomie und Astrologie an die Fixsterne hielt, was bei der griechischen Astronomie und Astrologie nicht der Fall war, kam es zu einem fundamenta­len Unterschied zwischen östlicher und westlicher Astrolo­gie, der heute noch immer besteht.

Bis zum Mittelalter hatte sich die Astrologie über die ganze Welt ausgebreitet. Erst mit dem Aufstieg der Astronomie im Gefolge der Erfindung des Fernrohrs im Jahr 1610 verlor sie vor der wissenschaftlichen Vernunft an Boden. 1666 wurde sie von den französischen Universitäten verbannt, und kurz darauf widerfuhr ihr das in ganz Europa. Es geschah nur we­nig, bis ihre Denkweisen mehr als zweihundert Jahre später hauptsächlich von dem Theosophen Alan Leo (1860-1917) wiederbelebt und leicht modernisiert wurden. Zu Beginn un­seres Jahrhunderts breitete sie sich nach Amerika aus, und seither erlebte sie einen kräftigen Wiederanstieg im allgemei­nen Interesse, vornehmlich in den letzten ein, zwei Jahrzehn­ten. Heute studiert nach den Schätzungen Deans und ande­rer (1977) in den westlichen Ländern einer von zehntausend Menschen ernstlich Astrologie – es ist etwa die gleiche Fülle wie bei den Psychologen.

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Der Fisch und sein beherrschender Planet

Posted by admin on March 29th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Der Fisch und sein beherrschender Planet

Der Planet, dessen Charakter dem der Fische am nächsten kommt und der ihnen deshalb zugeordnet ist, weil er „im Zeichen herrscht”, ist Neptun. Er ist etwa 30-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde und sein Durchmesser ist etwa dreieinhalb mal so groß wie der unseres Heimatplaneten. Für eine Umkreisung der Sonne braucht er ungefähr 165 Erdenjah­re.

Neptun ist der viertgrößte der Planeten, besitzt aber, wie die anderen großen Planeten, nur eine verhältnismäßig geringe Dichte. Er ist von einer äußerst starken Atmosphäre umgeben, in der Methan (das auf der Erde als Sumpfgas vorkommt) reichlich vertreten ist. Der Franzose Urbain Jean Joseph Leverrier, der die Bahn des Neptun aufgrund von Störungen in der Uranusbahn exakt vorausberechnet und somit die Auffindung dieses neuen Plane­ten erst möglich gemacht hatte, bewies auch eine glückliche In­tuition, als er für diesen Planeten den Namen Neptun vor­schlug.

Bläulich grün wie die Farbe des Neptun ist auch die des Oze­ans, dessen Herr der griechische Gott Poseidon (römisch Nep­tun) ist. Dieser ist ein Bruder des Zeus (römisch Jupiter) und stammt von Kronos (römisch Saturn) und Rhea ab. Saturn, der dem Göttergeschlecht der Titanen angehörte, wurde von der Folgegeneration entmachtet, nachdem er sich vergeblich be­müht hatte, diese gänzlich zu verschlingen.

Neptun hielt den Vater mit dem Dreizack in Schach, wäh­rend ihn Zeus mit dem Blitz niederschlug. Der Dreizack ist auch das astrologische Symbol für das Prinzip des Neptun. Dieser Gott ist höchst merkwürdig und facettenreich. Im Hin­blick auf Üppigkeit und großzügigen Lebensstil eifert er sei­nem Bruder Jupiter nach.

Das Äußere des Neptun ist eher Furcht erregend, für man­che seiner Erwählten sogar ausgesprochen abschreckend. Die ungeheure Fruchtbarkeit des Neptun bringt unter anderem auch personifizierte Naturgewalten wie die Charybdis hervor, jenen gewaltigen Wirbelstrom, gegen den sich später Odysseus auf seiner langen Irrfahrt behaupten muss. Die Skylla wiede­rum, jenes andere grausige Ungeheuer, das den Dulder Odys­seus bedroht, furchtbar anzusehen mit ihren sechs Hundeköp­fen, war die Geliebte des Meergottes.

Die Eigenschaften dieses Gottes sind eben jene, welche die Astrologie auch mit ihrem Urprinzip Neptun verbindet, das durch den grünlichen Planeten verkörpert wird. In manchem gleicht Neptun dem Jupiter. So z. B. in seinem übermäßig star­ken Hang zum Großen, Großartigen und Üppigen. Doch bei Neptun ist dieser Zug ins Maßlose gesteigert. Das Prinzip dieses Planeten erkennt keine Grenzen und kein Maß an. Zügellos sind seine Fantasien und Leidenschaften. Neptun ist triebhaft und erkennt auch selten fixe Grenzen an.

Neptun fühlt sich überall dort wohl, wo Verwirrung und Missverständnis, Chaos und Durcheinander herrschen. Natür­lich ist er auch in der Zauberei erfahren und hat große Macht über die Träume. Man könnte sein Prinzip am besten wohl mit dem Grundbegriff „Lösung” umschreiben. Wenn sich ein fester Stoff in einer Flüssigkeit löst, so ist er in ihr durch und durch anwesend, und doch ist er nicht mehr in seiner ursprünglichen Gestalt erkennbar. So neigt auch das Prinzip Neptun dazu, al­les, von dem es Besitz ergreift, gestaltlos zu durchfluten, un­greifbar, aber allgegenwärtig.

Von der Lösung gelangen wir zur Auflösung. Einerseits spricht man von der Lösung eines Problems und der Auflösung eines Rätsels – dies verweist uns auf die neptunische geniale Er­kenntniskraft, die allerdings die Grenzen des Alltäglichen weit hinter sich lässt. Andererseits drängt alles Neptunische zur Auf­lösung in der Weite des Alls und im Ozean des Unbewussten. Dieses Signum bedeutet Tiefe und Weite, Lust und Erlösung, Chaos und Vision, Wahn, Rausch und Ekstase. Es ist ein Prin­zip, das im Alltagsleben oft genug zu Täuschung und Verwir­rung führt. Seine positive Qualität entfaltet es nur im Außergewöhn­lichen – in der Kunst, der Religion und in dem großen Myste­rium, an dem alles Leben teilhat – der Liebe.

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Der Steinbock und sein beherrschender Planet

Posted by admin on March 10th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Der Steinbock und sein beherrschender Planet

Ein erhabenes Gleichnis drückt sich in der Abstammung des Saturn aus. Der Gott, der dem Planetenprinzip, das dem Steinbock entspricht, Namen und Charakter verleiht, ist der Sohn des Himmels und der Erde. Gaia, die Urmutter Erde, gebar dem Himmel, Uranos, die Ti­tanen, ein dunkles, wildes und urtümliches Göttergeschlecht. Gaia liebte ihre ungeschlachten Söhne, Uranos aber konnte sich nicht für sie erwärmen und war zudem noch eitersüchtig auf sie, weil er die Liebe der Erde für sich allein beanspruchte. Es kam zu dem berühmten Kampf der Titanen. Uranos ver­bannte seine Kinder in die Unterwelt.

Ein Titan aber, der Jüngste, entkam: Kronos, eben jener Gott, der unter seinem lateinischen Namen Saturn in der Astrologie eine so bedeutende Rolle spielt. Dem Kronos aber hatte seine Mutter Gaia geweissagt, dass er dereinst das gleiche Schicksal wie sein Vater Uranos erleiden werde, abermals werde der Sohn den Vater entthronen und er­morden. Dies wollte Kronos um jeden Preis verhindern. Und so ver­fiel er auf den Gedanken, seine Kinder zu verschlingen, kaum dass sie geboren waren. Alljährlich verschluckte er nun einen Nachkommen, und doch war es wieder der Jüngste, der ihm entkommen sollte.

Rhea gab ihm statt des Jupiter einen in ein Ziegenfell gewi­ckelten Stein zu verschlingen, und tatsächlich ließ der Titan sich täuschen. Jupiter aber wuchs heran und befreite seine Ge­schwister. Schließlich verschworen sich die anderen Titanen mit Jupiter gegen Kronos. Von den Zyklopen bekam der junge Gott den Blitz, mit dem er den Vater schließlich zu Boden streckte. Dennoch war die Rache des Jupiter bei weitem nicht so furchtbar, wie man es wohl hätte annehmen können. Schon da­mals erwies er sich als großzügiger Gott. Denn er verbannte seinen entmachteten Vater nach Italien, in das alte Latium, wo Kronos sein Alter noch als Landeskönig verbringen durfte.

Der „alte Gott”, Saturn, wie er im Lateinischen heißt, erwies sich milder als zur Zeit seiner Alleinherrschaft. Er brachte der Bevölkerung den Ackerbau bei, und das Land erlebte unter sei­ner weisen Herrschaft eine erste Blüte: das „Goldene Zeital­ter”, von dem uns der römische Dichter Ovid kündet. Streng um Recht und Ordnung besorgt war Saturn schon als Kronos. Nun aber, als alter Herrscher in Latium, ist er weise geworden.

Der Saturn der Astrologie enthält beide Seiten dieses gött­lichen Urprinzips. Wie der doppelköpfige Gott Janus, der bei den Römern teilweise mit der Saturngottheit identisch ist, blickt er vor und zurück. Er straft streng und unerbittlich vergangene Freveltaten. Er blickt vorsorgend in die Zukunft und mahnt zur Einschränkung im Überfluss, damit man nicht einst den Leichtsinn der guten Zeiten bereuen muss.

Wer sich den saturnischen Pflichten unterzieht, dem ist er ein Helfer und kluger Freund. Er bringt die Erfahrung und die Reife des Alters. Jugendliches Ungestüm ist ihm fremd. Er hat selbst für seine eigenen Jugendsünden genug gebüßt. Saturn bringt leidvolle Erfahrungen, die sogenannten Schick­salsschläge, die dazu dienen sollen, uns erkennen zu lassen, dass alles Leid in der Welt die Frucht vergangener Missetaten ist. Es nützt nichts, andere für das eigene Unglück verantwort­lich zu machen, man muss die eigentliche Ursache immer in sich selbst suchen. Wer diese Lehre annimmt, dem ist sie eine starke Stütze im Leid.

Für gewöhnlich ist man zu solcher Einstellung erst im Alter geneigt, daher ist Saturn das Prinzip des Alters, ja des Greises. Nichtsdestoweniger bedeutet das Prinzip Saturn auch die Mahnung an den Alten, die aktive Macht nicht gänzlich an sich reißen zu wollen und sie für alle Zeiten zu beanspruchen. Die ältere Generation muss im Tun und Handeln der Jüngeren Platz machen, der alte Regent muss vom jungen abgelöst wer­den. Keinen Nachfolger aufkommen zu lassen, ist töricht — dann verschlingt Saturn seine Kinder.

Der Planet Saturn durchwandert den Tierkreis in annähernd 30 Jahren. Dies ist ein Symbol für die Stufen der Erfahrung, die man im Leben erklimmt. Saturn scheint sich für den Beobachter auf der Erde unge­heuer langsam zu bewegen, sein Licht ist fahlgelb. Das ihm zu­geordnete Metall ist das Blei. Der im Fernrohr sichtbare wundersame Ring, der ihn um­gibt, besteht aus kleinsten Partikeln. Er ist ein Symbol für den abgeschlossenen Kreis der Erfahrung. Bisweilen ist der Ring von der Erde aus praktisch nicht zu sehen — weil wir auf seine Kante blicken. Ein Gleichnis dafür, dass Saturn seine Kinder verschluckt.

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Der Schütze und Jupiter

Posted by admin on March 5th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Der Schütze und Jupiter

Der Schütze und sein beherrschender Planet

Es ist Jupiter, der höchste der olympischen Götter, den die Astrologie als den Herrscher im Schütze-Prinzip ansieht. Wie der Schütze ist auch Jupiter ein Archetypus der Weite und Großzügigkeit. Seiner hohen Würde geziemen Anbetung, Glaube und Frömmigkeit.

Der Planet, der seinen Namen trägt, ist der größte von allen Wandelsternen. Sein Durchmesser ist rund zwölfmal so groß wie der Erddurchmesser. Für eine Umkreisung der Sonne braucht er annähernd zwölf Erdenjahre, sodass er auch von der Erde aus gesehen immer ein Jahr lang in einem Zeichen steht. Er besitzt auch zwölf von der Erde aus sichtbare Monde.

Jupiter (Zeus) gehört in der griechischen Mythologie dem dritten Göttergeschlecht an. Von den Ureltern Uranos und Gaia stammten die Titanen ab, die über die Menschen der Vor­zeit regierten. Ihr Herr war Kronos (Saturn), streng und gerecht, karg, aber zuverlässig. Kronos verschlang aus Furcht, entmachtet zu werden, seine Kinder. Doch es nützte ihm nichts.

Sein jüngstes Kind, eben Zeus-Jupiter, entging diesem Schicksal durch eine List seiner Mutter (und Tante, denn die Gemahlin Saturns war auch dessen Schwester) Rhea. Diese gab ihrem Gatten an Zeus’ Stelle einen in ein Ziegenfell gewi­ckelten Stein zum Mahl, nachdem sie den kleinen Zeus in Si­cherheit gebracht hatte. Dieser wächst inzwischen auf der Insel Kreta heran, umsorgt von der Ziegennymphe Amaltheia, zusammen mit deren leibli­chem Sohn, dem bocksfüßigen Pan.

Als Jupiter herangewachsen ist, macht er sich auf, seine Ge­schwister aus dem Bauch ihres Vaters zu befreien. Mit Hilfe seiner Mutter Rhea und der Titanin Metis gelingt es ihm, den grausamen Vater zum Erbrechen zu zwingen und seine ver­schlungenen Kinder wieder von sich zu geben. Eines von ihnen ist Hera, die er später zur Frau nimmt.

Nun befreit Zeus die Zyklopen, die Kronos-Saturn in den Tartaros verbannt hat. Diese schenken ihm dafür aus großer Dankbarkeit den berühmten Blitz, mit dem Zeus seinen Vater schließlich zu Boden schmettert. Somit ist Kronos entmachtet, der Vater muss dem Sohn wei­chen; doch dieser ist gütig und großzügig: Er trägt dem Alten nicht nach, dass der ihn verspeisen wollte, sondern verbannt ihn bloß nach Latium, wo er sich noch als weiser und fried­licher Regent bewährt.

Der Ausdruck „jovial” bezeichnet genau das Wesen des Jupi­ter-Prinzips. Jupiter ist gütig, großmütig und tolerant. Doch dem Göttervater mangelt es bei aller Jovialität keines­wegs an Strenge, wo seine Autorität sie für notwendig erachtet. Er ist ein Freund des Menschengeschlechts, aber er achtet auch sehr darauf, dass dieses sich nicht überheblich zeigt.

So trifft seine unerbittliche Strafe Prometheus, den revolutio­nären Anwalt des technischen Fortschritts der Menschen. Als diese Jupiter durch ihr eigenes Machtstreben auszustechen trachten und Prometheus ihn sogar zugunsten der Sterblichen täuscht und betrügt, ist es mit seiner Langmut vorbei. Er lässt Prometheus an einen Felsen schmieden, wo ihm ein Adler all­mählich die Leber (ein dem Jupiter unterstehendes Organ) wegfrisst, die stets wieder nachwächst.

Dies ist ein Symbol dafür, dass die schrankenlose Entwick­lung der Menschen zu einer Störung des Gleichgewichtes der Natur führt, dass ungezügelter technischer Fortschritt die Menschen selbst ins Verderben führt und dass Autoritäten und Hierarchien für eine gedeihliche Entwicklung notwendig sind. So ist Jupiter auch der Wahrer von Recht und Ordnung. Unerbittlich trifft sein Blitzstrahl den Frevler, der es wagt, über den göttlichen Bauplan zu spotten. Freilich, selbst die Welt Ju­piters ist keine heile Welt mehr, und bekanntlich geht es unter seiner Regentschaft nicht selten drunter und drüber. Doch so­lange seine Autorität anerkannt wird, ist es für Götter und Menschen noch nicht zu spät.

So bezeichnet auch in der Astrologie sein Prinzip den morali­schen Kern des Menschen. In seiner günstigen Erscheinungs­form schenkt er stets Glück und Erfolg und bewahrt aber in al­lem noch das erträgliche Maß. Doch er kann sich bisweilen auch ungünstig auswirken. Dann ist er ein Symbol dafür, dass ein Gleichgewicht gestört ist, dass „des Guten zu viel” getan wurde. Er kann nicht nur für üppiges Wachstum des Guten, sondern auch für böse Wuche­rungen stehen, allerdings nur, wenn zugleich auch irgendein „Übeltäter” mit im Spiel ist.

Jupiter zeigt nicht nur an, wo der Mensch mit sich und der Umwelt im Reinen ist, sondern auch, wo er vermessen, groß­sprecherisch und überheblich ist. Ein intaktes Jupiter-Prinzip ist ein heiliges, ein gestörtes, ein scheinheiliges Prinzip. Insofern zeigt sich also, dass auch dieser wohltätige Archety­pus nicht für sich selbst regieren kann, sondern dass ihm dabei andere Kräfte beigestellt sein müssen, die ihn daran hindern, auszuarten.

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Der Skorpion und Pluto

Posted by admin on February 26th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Der Skorpion und Pluto

Der Skorpion und sein beherrschender Planet

Der Planet Pluto, der nach der astrologischen Erfahrung dem Wesen der Leidenschaft am besten entspricht, ist in jeder Hinsicht ein wirklicher Außenseiter. Zunächst wäre da einmal die Tatsache, dass dieser Sonnen­trabant erst seit dem Jahre 1930 bekannt ist. Seiner Entde­ckung ging eine mühevolle Suche voraus, denn Pluto ist so weit von der Sonne entfernt und dazu auch noch so klein, dass er in dem Meer von Fixsternen für den Erdenbeobachter schier unterzugehen scheint. Die Suche nach ihm glich der Suche nach der berühmten Stecknadel in einem Heuhaufen.

Pluto scheint im Durchmesser etwa halb so groß wie die Er­de zu sein, womit er immer noch größer als Merkur wäre. Doch besitzt der Planet Neptun selbst einen annähernd so gro­ßen Mond. War Pluto vielleicht einmal ein solcher Begleiter des Neptun, der sich später verselbstständigt hatte? Seine Bahn ragt in die des Neptun hinein, sie ist äußerst elliptisch. Pluto ist von sehr aggressiver Natur und hat dabei etwas Un­heimliches, Ungreifbares und Hinterhältiges an sich. Er kann daher nur einem Zeichen entsprechen, das ein starkes Aggressionspoten­zial — auch im positiven Sinn – hat, und dieses ist der Skorpion.

Pluto bedeutet „der Reiche”. Man versuchte durch diese Be­nennung den Totengott (den griechischen Hades) günstig zu stimmen, denn der Herr der Unterwelt besitzt in der Tat unermessliche Schätze. Hades (oder Pluto) ist nicht nur Herr über die Toten, sondern auch über alle Bodenschätze, die sich tief unter der Erdoberfläche befinden. Auch in der Astrologie hat er etwas mit Reichtum zu tun. Dem Skorpion und somit auch dem Pluto ist das „achte Haus” zugeordnet, und dieses ist nicht nur das Todeshaus, sondern auch das der materiellen Gewinne. Pluto bedeutet nicht den Reichtum, den man sich durch harte Arbeit und eigene Leis­tung schafft, sondern vor allem Geschenke, Erbschaften, Glücks­gewinne und dergleichen. Diese haben ja bekanntlich auch ihre verhängnisvollen Seiten, nur starke Charaktere können sie sich auf Dauer nutzbar machen.

Plutonischer Reichtum wird auch bisweilen durch Spekula­tionsgeschäfte erworben, die nicht ganz seriös sind. Es handelt sich dabei um den Reichtum der Kriegsgewinner, der Schmarotzer am Partner- oder Gemeinschaftsvermögen und der Dunkelmänner: alles in allem anscheinend wirklich ein rechter Finsterling, dieser Pluto.

Der Gott der Unterwelt residiert in einem Ambiente von fas­zinierender Schaurigkeit. Denken wir nur an den Höllenhund Kerberos (Zerberus) mit seinen fünfzig Köpfen. Er wacht da­rüber, dass kein Lebender das Totenreich betritt und anderer­seits kein Verstorbener aus diesem entweichen kann. Zweifel­los reicht der Charakter von Pluto-Skorpion bis in die tiefsten Abgründe der menschlichen Existenz.

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Die Waage und die Venus

Posted by admin on February 15th, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Die Waage und die Venus

In dem auf Harmonie ausgerichteten Zeichen der Waage herrscht der „holde Abendstern”. Dieser vielbesungene Planet ist Venus, benannt nach der Göttin der Liebe und Schönheit. Sie ent­spricht der griechischen Aphrodite als deren römische Ausprä­gung. Gerade dort, in jener Zone des üppigsten himmlischen Far­benzaubers, strahlt hell ein einzelner Stern, gleichsam der Son­ne nachfolgend und den Anbruch der Nacht ankündigend. Doch nicht allzu oft können wir dieses stimmungsvolle Er­eignis bewundern. Nur wenige Tage liegen zwischen der Zeit, in der der Abendstern noch hell erstrahlt und seinem gänz­lichen Verschwinden. Doch nach einigen Wochen können wir das gleiche Schau­spiel unter umgekehrten Vorzeichen am Morgenhimmel beob­achten. Innerhalb kürzester Zeit schon kündigt die Venus als Morgenstern den Anfang des Tages an. Bis sie aber wieder als Abendstern in ihrer hellsten Leuchtkraft sichtbar wird, müssen fast eineinhalb Jahre vergehen.

Die Venus ist, nach Sonne und Mond, das hellste aller Ge­stirne. Sie kann in einer günstigen Phase sogar am helllichten Tag gesehen werden, auch zu Mittag. Aphrodite-Venus ist also die klassische Liebesgöttin. Die Astrologie lehrt, dass Venus in zwei Zeichen herrscht, sowohl in der Waage als auch im Stier. Sie hat für diese beiden Zeichen eine verschiedene Bedeutung.

Es ist nun interessant, festzustellen, dass auch die griechische Mythologie zwei verschiedene Aphroditen kennt:

Die „irdische” Aphrodite entspricht dem Stier und ist eine Tochter des Göttervaters Zeus. Die Waage-Venus aber ist die „Aphrodite urania”, die himmlische Liebe, und von dieser ist hier die Rede. Das abgeschlagene Zeugungsglied des Uranos fällt ins Meer, weißer Schaum bildet sich, und diesem entsteigt Aphrodite, In­begriff der klassischen Schönheit und Göttin der Liebe. Diese Schaumgeborene also ist die eigentliche Waage-Venus, die nicht durch einen natürlichen Geschlechtsakt entstanden ist. Im tieferen Sinne des Mythos aber versinnbildlicht ihre Ent­stehung die Vereinigung des Himmels mit dem Wasser. Der Himmel, das Element der Luft in der Astrologie, ist der Geist, das Wasser aber ist die Seele, das Gefühl. Venus herrscht im Luftzeichen Waage.

Venus, die so durch und durch weiblich ist, herrscht in der Waage im männlichen Zeichen, denn alle geistigen Zeichen sind männlich. Sie ist sinnlich, aber diese Sinnlichkeit ist eine geistig über­höhte. Sie gibt sich in der Waage nicht an das Materielle, Fleischliche hin wie im Stier, sondern an das Ideelle, Geistige. Der Stier — ein weibliches Zeichen — repräsentiert eher den . Sinnengenuss, die Waage aber ist vom Geist genährte und zum Geiste drängende Sinnlichkeit. Waage- wie Stier-Venus sind Schutzherrinnen der Künste. Doch während die Stier-Venus den Stoff, die sinnlich greifbare Form und die Farbe beherrscht, ist die Domäne der Waage-Ve­nus die spirituelle Form, wie etwa die Linie, die Zeichnung, der Gedanke, die Formulierung, der Logos.

In den Zwillingen ist die Zweiheit in ihrer reinsten Form aus­gedrückt: der Verdopplung. Bei der Jungfrau erfolgt Aufspal­tung durch Analyse. Bei der Waage aber kommt es erstmals in der Abfolge des Tierkreises zu einer Verbindung von Gegensätzen, die auf et­was Drittes hin orientiert sind. Es ist die Harmonie, die durch die Vereinigung von zwei Welten entsteht, die einander freund­lich begegnen.

Daher ist die Waage-Venus auch die partnerschaftliche Lie­be. Sie ist dauerhafter, weil sie geistig begründet ist und das sa­turnische Ethos der Verantwortlichkeit kennt (Saturn ist in der Waage erhöht, im Mythos ist er gleichsam ihr Geburtshelfer). Dennoch hat auch die Waage-Venus ihre Schattenseiten. Ih­re aktiven Komponenten bringen, wie die Waage, auch Kämpfe und Auseinandersetzungen. Venus verliebt sich in der Mytho­logie in Mars, den rauen Krieger, den die übrigen Götter nicht besonders leiden mögen. Ihr gemeinsames Kind, Eros, ist ein Bogenschütze — seine Liebe verwundet.

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Der Krebs und sein beherrschender Planet

Posted by admin on January 3rd, 2011 and filed under Astrologie | Comments Off on Der Krebs und sein beherrschender Planet

Der Himmelskörper, der der Bedeutung des Krebszeichens am ehesten entspricht, ist im astronomischen Sinn kein Planet (unter einem Planeten versteht man im wissenschaft­lichen Sinn einen der größeren, die Sonne umkreisenden Him­melskörper). Der Mond als der Beherrscher des Krebses ist be­kanntlich der Trabant der Erde, er verhält sich also zu dieser wie die Erde zur Sonne. Sein Licht empfängt dieser Erdbeglei­ter wie die Planeten auch von der Sonne. Durch seine Erdnähe erscheint er uns praktisch gleich groß wie das Zentralgestirn, obwohl sein Durchmesser nur etwa ein Viertel des Erddurch­messers beträgt.

In allen Religionen gibt es mehrere Muttergottheiten. Die Anzahl der Mondgöttinnen ist somit recht groß. Sie umschließt die babylonische Ischtar und die griechischen Muttergottheiten Kore, Demeter und Selene, die römische Luna wie die germa­nischen Göttinnen Fricka und Jörd. Allen diesen Gottheiten ist gemeinsam, dass sie sowohl die Fruchtbarkeit als auch die Nacht verkörpern.

In der mythisch äußerst bedeutungsvollen und daher auch so volkstümlichen Oper „Die Zauberflöte” von Wolfgang Ama­deus Mozart sind die Züge all dieser Mondgöttinnen in der „Göttin der Nacht” vereint. Es ist nicht einfach ein dramaturgi­scher Fehler, wenn uns diese Urmutter im ersten Akt als güti­ge, um ihr Kind besorgte Frau erscheint, im zweiten Akt aber als düstere, auf Mord sinnende Unholdin. Denn wie der Krebs, der Mond und die Nacht hat auch die Mutter freundliche wie unheimliche Wesenheiten. Das Mondlicht kann uns daher ebenso traurig wie Furcht einflößend oder beruhigend er­scheinen.

Dem Mondprinzip unterstehen auch die Gespenster, die He­xenkünste, die Nachtwandler und die Irren. „Lunatic” bezeich­net im Englischen den Verrückten, das Wort kommt von „Luna”, Mond im Lateinischen. Auch im Deutschen erinnert das Wort „Laune” an Luna. Und Luna ist auch die Launische, die Wechselhafte.

Krebs und Mond sind die Beherrscher der Urreligionen, des Schamanismus, des Matriarchats. Daher bezeichnet der Mond die Zauberin, die Hexe, heilende wie verwünschende Frauen­gestalten. Im Christentum wird die Gottesmutter, die selbstverständlich ebenfalls eine Verkörperung des Urmutter-Prinzips ist, auf der Mondsichel stehend abgebildet. Dies geht auf eine Vision der Apokalypse zurück. Man hat in diesem Umstand vielleicht nicht zu Unrecht ein Sinnbild dafür erblickt, dass in Maria die Herrschaft der heidnischen Mondgöttinnen überwunden wur­de. Gleichwohl führt sie diese Herrschaft in sich weiter. Es ist nichts anderes als das Urwissen oder besser Urgefühl ‘ um die Tatsache, dass, wie bei Achill und seiner Mutter Thetis, alles Helden- und Kämpfertum eine Mutter im Hintergrund hat. Daher hat auch der Islam die Mondsichel in seiner Fahne. Seine Farbe ist das weibliche Grün, das sich somit ebenfalls nicht nur als Farbe der Fruchtbarkeit, sondern auch als die Farbe der Vernichtung erweist. Wie der Mond ab- und zunimmt, wie der Krebs vor- und rückwärts geht, ist das Urmütterliche durch einen ständigen Wechsel von Anziehen und Abstoßen gekennzeichnet.

Somit ist auch in der Astrologie die Bedeutung des Mondes ambivalent. Einerseits ist er ein Symbol für Gesundheit, Fruchtbarkeit, Lebenslust und Vitalität, andererseits genügt schon eine kleine Verletzung, um ihn zu einem schwächenden Prinzip zu machen.

Sonne und Mond gleichen hier Gold und Silber. Beides sind Edelmetalle, aber das Gold ist weniger angreifbar und che­misch weniger veränderlich. Silber schwärzt leicht durch Oxidation, Gold nicht. Der Vollmond wirkt nur silbern, wenn er hoch am Himmel steht. Nahe am Horizont erscheint er uns bald weißlich bleich, bald — besonders im Sommer — düster, groß und gelblich rot. Der Mond ist also nicht nur in seinen Phasen wandelbar.

Eine besonders wichtige Analogie des Mondes ist das Volk -im Unterschied zu der Masse, die dem Pluto untersteht. Der Begriff „Volk” hat mehrere Bedeutungen: Dem Mond unter­steht nicht das Volk im Sinne einer politisch nationalen Völker­schaft, sondern das, was man eher als locker zusammengefasste „Bevölkerung” versteht. Was volkstümlich ist, untersteht dem Mondprinzip. Popularität muss nicht dauerhaft sein. In der Be­völkerung werden oft nicht lange andauernde Stimmungen wach. Dies entspricht der Wandelbarkeit des Mondes.

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Die Jungfrau und ihr beherrschender Planet – der Merkur

Posted by admin on December 14th, 2010 and filed under Astrologie | Comments Off on Die Jungfrau und ihr beherrschender Planet – der Merkur

Der Planet, der das Prinzip der Jungfrau wahrhaft am deutlichsten verkörpert, ist Merkur, der sonnennächste Himmelskörper. Dieser Trabant kreist so nahe um das Zentralgestirn, dass er nur etwa 88 Tage braucht, um es zu umrunden. Während die anderen Planeten mehr oder weniger gemächlich ihre Bahn zie­hen, saust Merkur geradezu um die Sonne herum.

Das ihm zugeordnete Metall ist das Quecksilber, und so wirkt er ja auch auf uns: schnell und unregelmäßig, rasch sich verflüchtigend und silbrig glänzend — eben quecksilbrig. Es ist klar, dass der Planet Merkur dadurch auch dem Zwillingszeichen sehr gut entspricht. Astrologisch drückt sich dies darin aus, dass er über beide Zeichen, Zwillinge und Jungfrau, herrscht. Als Prinzip der Vermittlung und Kommunikation entspricht Merkur dem rationalen, vernunftbetonten Charakter der Jungfrau ebenso gut wie dem der Zwillinge.

Als Gott ist Merkur, der griechische Hermes, mit der Aufga­be betraut, sowohl den Menschen den Götterwillen zu übermit­teln als auch Herr ihrer wirtschaftlichen Tätigkeiten zu sein. Als Gott des Handels und der praktischen Geschäfte ist er der typische Merkur der Jungfrau. Die musikalischen Fähigkeiten dieses Gottes finden ihre Ent­sprechung darin, dass dem Jungfrau-Zeichen wie dem der Zwillinge ein eminentes musikalisches Talent innewohnt. Da Diebstahl und List sich stets an die Sphäre des Eigen­tums und der Wirtschaft heften, ist Merkur eben auch der Gott der Diebe, Betrüger und Wegelagerer. Genauso ist Merkur ein Gott der manuellen Geschicklichkeit und der Weitergabe von Fähigkeiten. Die Jungfrau zeichnet sich durch handwerkliche Begabung, Geschicklichkeit im De­tail und sachkundige Manipulationsgabe aus. Sie ist dazu das Zeichen der Pädagogik schlechthin. Dank der Gaben Merkurs liegt es ihr, Erkenntnisse und Fähigkeiten weiterzugeben, theo­retische und praktische Erkenntnisse zu vermitteln.

Merkur ist ein Gott der Jugend. Auch die Pädagogik be­schäftigt sich mit jungen Menschen. So pflegt auch die Jung­frau gerne den belehrenden Kontakt mit jungen Leuten. Merkurisch ist aber auch die Zersplitterung, die Nervosität, die Rastlosigkeit, ebenfalls typische Jungfrau-Eigenschaften. Immer muss die Jungfrau unter diesem Prinzip tätig sein. Der Jungfrau-Merkur weiß viele Situationen wirtschaftlich auszunützen: Hermes neidete dem Apoll seine fetten Rinder, seine Begabungen und seinen goldenen Stab, deshalb stahl er die Herde und nützte schlau den Neid des Apoll auf seine Mu­sikinstrumente aus.

Die Sachbezogenheit des Merkur drückt sich darin aus, dass * sein Prinzip keinem Geschlecht zugeordnet ist. Er vermittelt zwischen Männlichem und Weiblichem, hat, wenn auch nur vorübergehend, Teil an beidem, im Grunde ist er das Prinzip reiner Neutralität. So ist auch das Jungfrau-Prinzip der Ver­nunft und der Objektivität verpflichtet.

Die Funktion des Merkur als Mittler wird in seiner Zu­ordnung zum Mittwoch deutlich. Er ist der Tag, der am weites­ten vom Wochenende entfernt ist, der Arbeitsrhythmus ist auf dem Höhepunkt angelangt. Er war bei den Germanen dem Wotan geweiht (engl., wednesday), der nicht nur der Götterva­ter, sondern auch der Gott der Schrift, der Bringer der Runen ist. Ebenso liegt das Ende des Jungfrauzeichens in der Mitte des Tierkreises. Nach seiner Durchschreitung ist man gleich weit von Anfang und Ende entfernt.

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Die Venus, der Stern des Stieres

Posted by admin on November 27th, 2010 and filed under Astrologie | Comments Off on Die Venus, der Stern des Stieres

In diesem genuss- und kunstfreudigen Zeichen herrscht der „holde Abendstern”. Dieser viel besungene Planet ist Venus, benannt nach der Göttin der Liebe und Schönheit. Venus ist, nach Sonne und Mond, das hellste aller Gestirne.

Die griechische Aphrodite (die von den Römern als Venus übernommen wurde) ist also die klassische Liebesgöttin. Nun ist die Liebe bekanntlich ein Weltthema, und allein der Begriff ist höchst mehrdeutig. Ist die körperliche Liebe gemeint oder die seelische? Umfasst das Venusprinzip mehr als nur Erotik? Die Astrologie lehrt, dass Venus in zwei Zeichen herrscht — eben im Stier, aber dazu noch in der Waage. In jedem Zeichen hat sie eine andere Bedeutung. Die Stier-Venus ist erdverbunden. Sie bezeichnet die körperli­che, zeugende Erotik, den oftmals recht derben Sinnengenuss. Die Astrologen bezeichnen dieses Prinzip seit alters her als das „kleine Glück”, im Unterschied zum „großen Glück” des Jupiter.

Das Glück der Stier-Venus ist das Glück des Augenblicks. Wer diesen zu genießen versteht, den hat in seinem Horoskop die „irdische” Venus beschenkt. Wessen Sonne im Stier steht, der hat schon eine besondere Portion dieses Venus-Glücks mit in die Wiege gelegt bekom­men.

Das Metall der Venus ist das Kupfer. Dieses rosenfarbene Metall eignet sich besonders gut zu kunstvoller Verarbeitung. Es ist merkwürdig, dass sich das Metall der Liebesgöttin auch besonders gut für die Übertragung der Elektrizität eignet — hat doch der Funke der Liebe gleichfalls etwas Elektrisches.

Freilich hat dieses Prinzip wie alles seine Schattenseiten. Doch sind diese, der passiven Natur des Planeten entsprechend, eher von privatem, intimem Charakter. Die Venus ist ein pazifis­tisches Planetenprinzip. Die Gefahr liegt eben gerade in Indo­lenz oder Trägheit. Natürlich gehören auch die sogenannten ve­nerischen Krankheiten dazu, doch im Allgemeinen schenkt Ve­nus Gesundheit. Von Venus bestimmte Menschen wie Stiere neigen durch dieses Prinzip oftmals zu Übergewicht. Auch in Partnerschaften kann es bei Überbetonung des Liebesgenuss-Prinzips zu Verwicklungen kommen. Doch auch hier setzt der Hang zur Bequemlichkeit recht praktische Grenzen. Der Apfel ist ein Symbol für die Venus, insbesondere die Stier-Venus. Sein Genuss bezeichnet in Mythologie und Reli­gion oft das Anheimfallen an die Materie, an die Sexualität.

In der Astrologie liegen dem Zeichen der Venus die Zeichen von Mars, Widder und Skorpion gegenüber: Kampf und Liebe, Sexualität und Tod, Liebe und Leiden sind Geschwister und Geliebte zugleich. Dies hat auch seine Entsprechung in den astronomischen Verhältnissen. Venus und Mars sind die Nachbarn der Erde. Venus ist der erdnächste innere, Mars der erdnächste äußere Planet.

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