Bei einem Kinderhoroskop, dem sehr persönlichen Horoskop für die Tochter, den Sohn oder auch ein anderes, nahe stehendes Kind, sind meist Skepsis und der Respekt vor dem Unbekannten recht groß. Man fragt sich da vielleicht, ob es den in Ordnung geht ein Horoskop für einen Menschen erstellen zu lassen, der gar nicht darum gebeten hat.
Das Kinderhoroskop ist sehr persönlich. Es ist heutzutage nicht mehr ungewöhnlich die Sterne um Rat zu fragen. Die Astrologie und ihre Geheimnisse haben längst den Weg ins tägliche Leben gefunden. Meist benutzt man Horoskope als ergänzende Ratgeber, um bestimmte wiederkehrende Begegnungen und Verhaltensmuster besser zu verstehen.
Neben möglicher , durchaus verständlicher Kritik an der Erstellung eines Kinderhoroskops, sollen hier aber auch Argumente für ein Geburtshoroskop für ein Kind vorgebracht werden. Voraussetzung für ein aussagekräftiges Kinderhoroskop ist natürlich die Wahl eines qualifizierten, seriösen Astrologen. Ist die Wahl auf einen bestimmten Experten gefallen, kann dieser dann mit den nötigen Daten (genaue Geburtszeit, Geburtsort) ein persönliches Radixhoroskop erstellen, das die kosmischen Voraussetzungen beleuchtet, unter denen das Kind geboren wurde. Der Astrologe erstellt neben einer Sternengrafik auch eine umfassende schriftliche Analyse. Die Einsichten, die ein Kinderhoroskop über das Wesen und die Eigenschaften eines Kindes gibt, sind oft erstaunlich. Entsprechend wichtig ist es für die Erwachsenen wie sie mit diesen sensiblen Informationen umgehen. Tendenzen zu charakterlichen Schwächen oder auch schwierigen späteren Lebensumständen sollten den Umgang mit dem Kind natürlich nicht beeinflussen. Ein Kinderhoroskop soll schließlich für die Eigenarten des Kindes Verständnis schaffen. Eine Konfrontation des Kindes mit “seinem” Horoskop soll nicht in einer negativen Atmosphäre vorgenommen werden und sollte sehr behutsam vorgenommen werden.
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Berücksichtigen Sie bitte auch die individuelle Reife des Kindes, wenn Sie ihm sein Kinderhoroskop präsentieren. Ist es denn überhaupt in der Lage, das Horoskop und seine Bedeutung zu begreifen? Wissend, dass ein Horoskop niemals schicksalshafte Tatsache ist, sondern vielmehr die Möglichkeit bietet, zu begreifen und entsprechend gestalterisch ins eigene Leben einzugreifen, sollte beim Umgang mit dem Kinderhoroskop immer bedacht werden.
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Mit einem Jahreshoroskop, auch Solar oder Solarhoroskop, kann man eine Vorschau auf das kommende Jahr treffen. Ausgangspunkt hierfür ist das individuelle Geburtshoroskop, auch Radix genannt. Was viele nicht wissen: das Jahreshoroskop gilt von Geburtstag zu Geburtstag und wird nicht für ein Kalenderjahr berechnet. Die Wirkung eines „alten“ Jahreshoroskops kann aber bis zu 3 Monate über den Geburtstag, das Ablaufdatum, hinaus zu spüren sein.
Was sind die Faktoren des Jahreshoroskops?
Der entscheidende Faktor ist zweifellos der Stand der Sonne in einem Haus. Ein Solar mit der Sonne im zwölften Haus ist z.B. eine Zeit von Selbstbesinnung und Rückzug. Weiters sind auch die Aspekte zur Sonne von großer Wichtigkeit.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Erstellung eines Solarhoroskops ist die Stellung des Aszendenten und des MC (Medium coeli – die Himmelsmitte). Besonders bedeutend sind die Jahre, in denen man denselben Aszendenten im Geburtshoroskop wie im Jahreshoroskop hat.
Anschließend wird die Stellung des Mondes analysiert, und zwar in Haus und Zeichen. Beispielsweise steht Mond im dritten Haus für ein Bedürfnis nach Gespräch und Wissen. Nicht unterschätzen sollte man auch die Betonung der Häuser. Wir unterscheiden veränderliche, fixe und Eckhäuser. Eine Zeit der Prüfungen steht bevor, wenn in einem Jahr die Betonung der fixen Häuser vorherrscht. Nicht außer Acht lassen darf man das gesamte Aspektmuster eines Solarhoroskops.
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Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Erstellung eines Jahreshoroskops ist die Analyse, ob Planeten des Radixhoroskops auch im Solarhoroskop einen Aspekt bilden, beziehungsweise ob es Aspekte zwischen Planeten des Geburtshoroskops und des Jahreshoroskops gibt.
Der Astrologe, beziehungsweise ein kompetentes Softwareprogramm, bringt die einzelnen Faktoren in Beziehung zueinander und erstellt so ein aussagekräftiges Jahreshoroskop. Wer will kann sich selbst an einem Solar versuchen. Gute astrologische Bücher, die Hilfestellungen anbieten, gibt es genug.
Für jeden Astrologieinteressierten ist es fast schon ein „Muss“ sich mittels eines Jahreshoroskops auf seine Zukunft vorzubereiten.
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Die Deutung eines Geburtshoroskops ist der eigentliche Beitrag des Astrologen, da die Herstellung der Horoskopzeichnung – das heißt einfach die Berechnung der Himmelskonstellationen zum Geburtszeitpunkt – eine Angelegenheit der Astronomie ist. Beispiele für Deutungen werden wir später noch behandeln, daher erwähnen wir an dieser Stelle nur ein paar Leitlinien. Jeder der Planeten, jedes der Tierkreiszeichen und der Häuser hat eine Grundbedeutung, wie sie in der Tabelle angeführt ist. Wie diese Bedeutungen ursprünglich festgestellt wurden, ist nicht klar. Manche Astrologen behaupten, ohne einen historischen Nachweis dafür zu erbringen, dass sie sich auf jahrhundertelange Beobachtungen stützten. Andere verstehen ihre Ableitung rein symbolisch. Beispielsweise werden die Planeten manchmal mit Eigenschaften in Verbindung gebracht, die durch ihre Erscheinungsweise nahegelegt werden. Die rote Farbe des Mars lässt an Blut und Krieg denken und daher an ein kriegerisches und kraftvolles Temperament.
Planeten
|
|
| Sonne |
Selbstausdruck |
| Mond |
Reaktionsweise |
| Merkur |
Mentalität |
| Venus |
Harmonie |
| Mars |
Kraft |
| Jupiter |
Ausdehnung |
| Saturn |
Begrenzung |
| Uranus |
Veränderung |
| Neptun |
Verschwommenheit |
| Pluto |
Elimination |
Tierkreiszeichen
|
|
| Widder |
Bejahend |
| Stier |
Besitzergreifend |
| Zwillinge |
Vielseitig |
| Krebs |
Feinfühlig |
| Löwe |
Schöpferisch |
| Jungfrau |
Kritisch |
| Waage |
Harmonisch |
| Skorpion |
Heftig |
| Schütze |
Frei |
| Steinbock |
Ehrgeizig |
| Wassermann |
Unabhängig |
| Fische |
Verschwommen |
Häuser
|
|
| 1 Persönlichkeit |
7 Freunde |
| 2 Besitz |
8 Erbschaften |
| 3 Geistige Interessen |
9 Forschungen |
| 4 Häuslichkeit |
10 Beruf |
| 5 Vergnügungen |
11 Ziele |
| 6 Arbeit |
12 Selbstaufgabe |
Die Helligkeit von Jupiter legt Fröhlichkeit und eine joviale, gesellige Persönlichkeit nahe. Der bleiche Schimmer von Saturn verweist auf einen ernsten, vorsichtigen Typus. Auch im Tierkreis ist jedes Zeichen mit einem eigenen Persönlichkeitsmerkmal verknüpft, das gewöhnlich mit den Eigenschaften korrespondiert, die man mit dem entsprechenden Tier oder dem Gegenstand assoziiert. Das Sonnenzeichen Löwe, das unter der heißen Augustsonne erscheint, wird daher mit der feurigen und majestätischen Kraft des Königs der Wüste in Verbindung gebracht.
Um ein anderes Beispiel anzuführen: das Zeichen des Steinbockes erinnert an Klettern und verweist daher auf ein ehrgeiziges Temperament. Da der Steinbock das zehnte Zeichen ist, versteht man per analogiam das zehnte Haus als dasjenige, das es mit Ehrgeiz, Beruf und Aufstieg zu tun hat. Welches immer die ursprünglichen Ableitungen gewesen sein mögen: diese Bedeutungen sind durch die Tradition überliefert und werden in zahllosen Lehrbüchern mehr oder minder unverändert immerzu wiederholt.
Für die Deutung einer bestimmten Horoskopzeichnung werden diese Bedeutungen auf ausgeklügelte Weise untereinander kombiniert: der Planet ist die Wesenskraft, das Tierkreiszeichen zeigt, wie sie sich ausdrückt, und das Haus ist die Stelle, wo sie sich ausdrückt. Das folgende Beispiel veranschaulicht, wie das funktioniert:
Mond in der Waage im zehnten Haus
Mond (Wesenskraft) = Reaktion
Waage (Ausdruckskraft) = harmonisch
Zehntes Haus (Ausdrucksstelle) = Beruf
Deutung: anziehendes harmonisches Wesen, das die Grundlage einer erfolgreichen Berufslaufbahn bilden kann.
Die Deutung wird durch verschiedene Differenzierungen modifiziert: Zum Beispiel durch etwaige Merkmale, welche die von Planeten besetzten Zeichen gemeinsam haben (Polarität, Eigenschaft und Element) oder welche sie mit dem besetzenden Planeten teilen (Herrschaft und Erhöhung). Jeder Planet kann auch in einem Aspekt zu einem anderen Planeten stehen, wodurch sich einfach die Bedeutungen kombinieren, wie das folgende Beispiel zeigt:
Sonne (Selbstausdruck) in Aspekt zu Mars (Kraft)
Leichter Aspekt = kraftvoll, energisch
Schwieriger Aspekt = streitsüchtig, übellaunig
Diese Interpretationen der Aspekte werden gleichfalls durch Tierkreiszeichen- und Hauspositionen modifiziert. Wenn sich beispielsweise im schwierigen Aspekt die Sonne im zweiten Haus (Besitz) befand und Mars im fünften Haus (Vergnügungen), weist dies auf Streitlust und Übellaunigkeit und Geldverschwendung zum Vergnügen hin. Nachdem er jeden Faktor einzeln gedeutet hat, fügt der Astrologe sie nun alle zusammen und nimmt sorgfältig die Gesamtdeutung des Horoskops vor. Das ist der Punkt, an dem die Probleme beginnen, weil die Faktoren sowohl zahlreich als auch oft widersprüchlich sind. Es fällt einem Astrologen nur zu leicht, in einem Horoskop zu sehen, was er darin sehen möchte. Beethovens Geburtshoroskop beispielsweise lässt sich leicht so deuten, dass es das Gegenteil aussagt: so ließe sich Fehlen musikalischer Begabung mit dem Saturn (Begrenzung) in Opposition zur Himmelsmitte in Zusammenhang bringen, eine angenehme, friedfertige Person lässt der Herr des Horoskops, nämlich Venus (Harmonie), erkennen, und Saturn (Ordnung, Begrenzung) im vierten Haus (Häuslichkeit) samt Venus (Liebe, Harmonie) im Steinbock (regiert von Saturn) verweisen auf ein geordnetes Privatleben. Unverkennbar hängt alles von dem Verfahren der Horoskopsynthese ab. Daher möchte man unzweideutige Regeln erwarten, die einem sagen, wie genau der eine Faktor gegen den andern abzuwägen sei. Doch die Astrologen waren nicht imstande, sich auf solche Regeln zu einigen (in der Tat behaupten viele, Regeln seien unerheblich für das, was sie empfinden, es handle sich vielmehr um einen rein intuitiven Prozess), und die einzige allgemein anerkannte Regel besagt, dass kein Faktor für sich allein beurteilt werden dürfe. Solange man dies berücksichtigt, ist also alles möglich – einschließlich einer Hoffnung auf klare Resultate für die Erforscher der Astrologie!
Es ist offensichtlich angebracht, die Frage zu stellen, wie ein derart ausgefeiltes subjektives Verfahren die Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung bilden kann. Doch dieser Einwand trifft die Sache nicht. Falls die der Astrologie zugrunde liegenden Lehrsätze richtig sind, sollten sie, ungeachtet aller sonstigen Finessen, für sich selbst sprechen. Um ein Analogon anzuführen: nehmen wir an, wir überprüfen die Überzeugung, dass es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Körpergewicht gebe. Natürlich kommen zahlreiche andere Faktoren mit ins Spiel, so etwa Erbanlage, Alter, Körperbewegung, Gesundheit und so fort. Dennoch dürfen wir, wenn unsere Auswahl groß genug ist, Anzeichen dafür finden, dass dicke Menschen meist gut genährt sind, hungernde Menschen meist mager. Wenn an der Astrologie etwas Wahres ist, muss sie einen solchen Test bestehen. Sehen wir also zu.
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Fische und ihr Charakter
Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, dass man unter keinem Zeichen so sanftmütige und friedfertige Menschen findet wie unter dem der Fische. Doch diese sind, wie übrigens auch die Zwillinge, ein sogenanntes „doppelkörperliches” Zeichen, wie es ja schon ihr Name andeutet. Ausgeprägter als mancher andere trägt jeder Mensch, der in einem solchen Zeichen geboren ist, zwei Seelen in seiner Brust, wobei, um bei dem Goetheschen Vergleich zu bleiben, die eine sich von der anderen trennen will. Es schwimmen ja auch die beiden Fische des Sternbildes am Himmel in verschiedene Richtungen. Doch während Zwillinge-Menschen oft geradezu in zwei Persönlichkeiten aufgespalten erscheinen, ist bei den Fischen alles viel ungreifbarer, unbestimmter und fließender.
Betrachten wir einmal den ausgesprochen sanftmütigen Typ. Es scheint, als hätte dieser Mensch gar keine Kraft, sich zu wehren, wenn er angegriffen wird, ja nicht einmal Lust dazu, geschweige denn auch nur einen Hauch von Aggressivität. In der Tat ist es so, dass dieser „klassische” Fische-Typ von früh auf mit dem Gefühl des „Ausgesetzt seins” vertraut ist, ganz gleich, wie seine familiären Verhältnisse sein mögen. Stärker als andere spürt er ganz deutlich die Fragwürdigkeit der Existenz, die Hilflosigkeit des Individuums und die Gefahren, die an allen Ecken und Enden lauern.
Der Lebenslauf dieser Menschen wird im Allgemeinen auch ein bemerkenswert ruhiger sein und ihr Schicksal wird von Katastrophen verschont bleiben. Im Umgang mit anderen Menschen ist dieser Typ eine äußerst erfreuliche Erscheinung. Er ist freundlich und rücksichtsvoll, besitzt einen gelassenen Humor, passt sich bereitwillig auch unangenehmen Erfordernissen an und macht sich aufgrund dieser Eigenschaften kaum Feinde. Es besteht natürlich bei diesem Typ die Gefahr, dass er ausgenützt wird oder andere sich auf seine Kosten amüsieren, aber im Allgemeinen schafft diese Haltung doch eine gewisse Unangreifbarkeit, weil sie still an jedes Menschen moralischen Kern appelliert.
Es kann vorkommen, dass ein solcher Mensch sich eine geradezu perfide Taktik zurechtlegt; er arbeitet anscheinend kalt und skrupellos mit Hinterlist und Intrigen, und doch gibt gerade er sich, wenn es niemand erwarten würde, eine Blöße, die erweist, dass er sich im Grunde selbst nicht ganz klar darüber ist, was er eigentlich will.
Die Widersprüche des Fisches sind durch keine noch so ausgeklügelte Analyse aufzulösen – weil er selbst gleichsam die vollzogene Auflösung ist. In seinem Wesen hat alles Platz, der Rücksichtsvollste erweist sich als der größte Intrigant und der Goldfisch als weißer Hai. Dieses Sternzeichen, das doch im Ozean der Gefühle zu Hause ist, bringt Menschen hervor, die sich eiskalt geben und jede Gemütsbeeinflussung abstreiten. Das sind nun wirklich Menschen, die sich nicht mit romantischen Träumereien abgeben, sondern mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität stehen und nur Logik, Vernunft und baren Geldwert anerkennen. Das Ganze hat nur einen Pferdefuß: Diese äußere Eiseskälte ist eine Spur zu forciert, allzu absichtlich zur Schau gestellt als dass ein Psychologe nicht erkennen müsste, dass dahinter eine sehr große Lebensangst steht.
Fische sind Meister im Kompensieren. Wer von ihnen nicht auf große Ansprüche verzichten kann, dem erweist sich das angeborene Gefühl der Hilflosigkeit und Lebensangst als permanenter Stachel im Fleisch. Der Fisch tritt mit einem Gefühl von angeborener Schwäche und Unbedeutendheit in die Welt. Und wer sich nicht damit abfindet und das Beste aus der Sache zu machen versteht (was doch im Grunde das Klügste ist), der versucht, sich und den Mitmenschen ständig zu beweisen, dass er doch Macht hat, dass er etwas zu gelten hat, dass er hart sein kann und nicht etwa ein von Ängsten und undefinierbaren Gefühlen hin- und hergeworfener schwacher Träumer ist.
Solche Menschen sind äußerst ehrgeizig, sie können grausam und skrupellos vorgehen. Wenn wir solcherart versuchen, uns dem wahrlich nicht unkomplizierten Charakter des Fische-Menschen von seinen beiden polaren Erscheinungsformen her zu nähern, so stellen wir also etwas Merkwürdiges fest: Der de facto Sanftmütige erweist sich bei näherem Hinsehen als einer, der sich sehr effektiv dadurch behauptet, dass er überall „durchschwimmt”, nicht aneckt, sich anpasst oder sich klug ein Reservat schafft, wo ihm keiner etwas anhaben kann. Er ist im Grunde ein sehr lebenstüchtiger Mensch, der gesunden Menschenverstand und richtiges Augenmaß besitzt.
Das Schwierige am Charakter der Fische ist, dass diese Extremtypen nur selten rein und ungebrochen in einzelnen Individuen verkörpert auftreten, sondern dass sich unter diesem Zeichen im Allgemeinen die buntesten Mischungen und schillerndsten Abstufungen ergeben. Gemeinsam ist ihnen fast nur ein einziges Merkmal: Wie Neptun liegt ihnen keineswegs die direkte und spontane Vorgehensweise.
Überall dort, wo es um feste Bindungen, um Nützlichkeit und Notwendigkeit und starre, festgefügte Formen geht, ist der Fisch im Grunde fehl am Platz. Seine stärkste Waffe ist wohl die der Anpassung, der Zurückhaltung und natürlich auch die der Verschleierung. Aber es kann auch sein, dass ein Fisch eine Ordnung, die vorher unerschütterlich schien, in ein heilloses (oder vielleicht doch heilsames?) Chaos verwandelt.
Es ist merkwürdig, wie oft schon die Anwesenheit eines einzigen Fisches genügt, um eine bisher völlig klare Situation in ein merkwürdiges Zwielicht zu tauchen. Wo ein neptunischer Fisch auftaucht, kann es sein, dass sich bald niemand mehr auskennt — der Fisch am wenigsten. Wo bisher keine Probleme waren, da sind jetzt welche, wo Ordnung und Verstand regierten, da greift jetzt, einem vielarmigen Polypen gleich, das Chaos um sich. Jedoch ist das Chaos schöpferisch. Und oft ist gerade der chaotische Fisch der liebenswerteste.
Natürlich sind gerade die Liebesbeziehungen der Fische dementsprechend verworren. Wenn sie es nicht selbst schon ein wenig sind, so geraten sie oft an einen Partner, der ausgesprochen „schrullig” ist. Die größte Gefahr aber bedeutet für die Fische ihre Neigung, sich über Enttäuschungen und Versagen mit Alkohol oder anderen Rauschmitteln hinwegtrösten zu wollen.
Durchgängig bei fast allen Fischetypen ist der Hang zu Täuschung und Vernebelung der Realität. Niemand kann so intensiv mitleiden wie ein Fische-Mensch, niemand aber muss bisweilen auch selbst so leiden. Das zwölfte Haus, das in der Astrologie den Fischen zugeordnet ist, ist der Bereich der freiwilligen wie der unfreiwilligen Isolation, und somit auch der der Gefangenschaft und der Strafe.
Die uralte Lehre der Astrologie weiß um diese tiefgründigen Zusammenhänge. So ordnet sie dem Fische-Haus die Gefängnisse wie die Klöster, die Frömmigkeit wie die Kriminalität zu. In jedem Fisch schlummert ein Mystiker. Sein Reich ist das der Grenzüberschreitung, des Immateriellen und Unwägbaren. Bleibt er im Stofflichen verhaftet, so verfällt er nur zu leicht finanziellen Spekulationen und Illusionen; er täuscht und wird getäuscht. Dahinter steckt auch nur die Beziehungslosigkeit von irdischem Besitz. Es treibt ihn ständig etwas über die Grenze des Gewöhnlichen und des Vergänglichen hinaus. Er muss seine Chance aber in der Ablösung vom Materialismus erkennen, denn mit diesem wird er letztlich nur Schiffbruch erleiden.
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Der Wassermann und sein Charakter
Da dieses Zeichen das des Menschen schlechthin ist, ist es nicht leicht, an Menschen, die unter diesem Zeichen geboren sind, auf den ersten Blick spezifische Merkmale zu erkennen. Ihr besonderes Merkmal ist vielmehr das der betonten Menschlichkeit. „Nichts Menschliches ist mir fremd” — diese Devise könnte die eines typischen Wassermanns sein.
Es sind Menschen, die sich sehr viel mehr für andere als für sich selbst interessieren, und dies durchaus in positiver Weise. Sie nehmen an allem Anteil, was ihre Mitmenschen bewegt, was diese ihnen berichten. Eine im Allgemeinen äußerst geschätzte Eigenschaft. Das ist der Grund, warum Wassermänner ausgesprochen viele Freunde haben.Da das Element des Wassermannes der luftige Geist ist, erscheint uns ihre kompakte, trieb- und willensbestimmte Persönlichkeit kaum greifbar, ja beinahe gleichsam nicht existent. Sie sind oft ein wahrer Ausbund an Freundlichkeit, Heiterkeit und Entgegenkommen. Dennoch stellen sie uns vor ein Rätsel, da ihr Selbst so ungreifbar wirkt.
Der Wassermann ist so sehr vergeistigt und dabei so wenig an die Materie gebunden, dass er wirklich souverän über seinen eigenen Schatten springen kann. Was er braucht, ist ständige Anregung, doch er ist in der Lage, diese Anregung aus sich selbst heraus zu erzeugen. Darum ist er der Typus des Erfinders, der genialen Idee. Der humane Typus interessiert sich vor allem für Menschheitsfragen. Und es ist bezeichnend, dass er dabei absolut nichts von überkommenen Normen hält. Sein Maßstab ist der Mensch, wie er ihm konkret gegenübertritt, und sonst nichts.
Er ist daher ein liberaler Typus. Widerstand leistet er dann, wenn er das Recht des Menschen, er selbst zu sein, bedroht sieht. Weil er selbst so frei und unberechenbar empfindet, ist es für ihn die schmerzlichste Erfahrung, zu sehen, wie Menschen anderen Menschen ihren Willen aufzwingen. Er ist Demokrat, um nicht zu sagen ein Anarchist. Er wird sich immer und jedem gegenüber für die Freiheit entscheiden. Freiheit des Geistes — ein typisches Wassermann-Schlagwort.
So träumt er nicht selten den Traum von der Gleichheit der Menschen. Hier hat seine Liberalität tatsächlich Grenzen. Er leid et an dem Grundkonflikt aller Weltverbesserer. In einem ruhigen, bürgerlichen Leben kann er ein unauffälliger, liebenswürdiger Zeitgenosse sein. Er ist dann tatsächlich der netteste Mensch von der Welt, vorausgesetzt, es versucht niemand, ihn zu unterdrücken. Er findet sich mit vielen materiellen Missständen ab und bewahrt seine Heiterkeit auch in den desperatesten Situationen. Nur seine Rätselhaftigkeit und Ungreifbarkeit gemahnen die Umwelt daran, dass da irgendetwas in seinem Inneren sozusagen nicht von dieser Welt ist. Auch überraschen diese Menschen oft durch scheinbar gänzlich paradoxe, unvermittelte Gedankensprünge und Ideen.
Ihre Gesellschaft wirkt auf viele Menschen faszinierend und in höchstem Grade anregend. Sie sind im Gespräch bisweilen provozierend offen, dämonisch sarkastisch, aber man kann sich von ihnen nie beleidigt fühlen. Denn diesen Menschen ist eine luftige, über den Dingen schwebende Ironie zu Eigen. Betrachten wir nun jenen Typus, bei dem das „Menschliche” nicht im Sinne von „human”, sondern im Sinne der „menschlichen Schwäche” zu verstehen ist. Dazu müssen wir bedenken, dass der Wassermann das Gegenzeichen des Löwen ist. Dieser verkörpert das Prinzip der Macht und des Selbstbewusstseins. Der Wassermann hat dieses Selbstbewusstsein nur in einer ganz gebrochenen Weise. Diese Menschen erbringen nicht selten Höchstleistungen. Dabei sind sie ausgesprochene Gratwanderer, ständig vom Absturz bedroht.
Der Wassermann ist das Zeichen der „ewigen Jugend”. Daher kommt das Phänomen, dass viele unter diesem Zeichen Geborene auch in älteren Jahren noch jugendlich wirken. Man ist oft erstaunt, wie wenig man ihnen ihr Alter ansieht. Der Wassermann hat einen Hang zum gesellschaftlichen Zusammenschluss, zum Vereinswesen, das auf ihn eine geradezu magische Anziehungskraft ausübt. Auch dies ist scheinbar ein Widerspruch zu seinen freiheitlichen Tendenzen. Aber man sollte diese nicht unbedingt mit eigenbrötlerischen Neigungen verwechseln. Der scheinbare Widerspruch löst sich für den Wassermann erst recht dann auf, wenn es sich um Vereinigungen handelt, die für Menschenrechte, für die Freiheit, für Reformen oder gar für revolutionäre Bestrebungen eintreten.
Der Wassermann nimmt gleichsam Rollen an, die er auch blitzartig wechseln kann. Es wundert daher nicht, dass wir unter diesen Menschen die exzellentesten Schauspieler finden. So wie sein reiches Geistesleben eine Bühne menschlicher Möglichkeiten und Zustände ist, nimmt der Wassermann seine Umgebung wahr. Sein Denken besitzt im höchsten Grad die Gabe der intuitiven Kombination, der Verdichtung und Speicherung. Daher seine Erfindergabe und seine originellen, bisweilen skurril wirkenden Einfälle und Äußerungen.
Bei dieser Dominanz des Spirituellen kommt im Allgemeinen nicht nur das individuelle Ich, sondern auch das Gefühlshafte zu kurz. Dies erklärt die eigentümliche Kälte dieses Zeichens. Ob der Wassermann nun menschenfreundlich oder menschenverachtend auftritt — seine Anteilnahme hat nichts mit gefühlstiefer Zuneigung oder gar mit Mitleid zu tun. Er ist im Grunde immer abstrakt, losgelöst von konkreten menschlichen Beziehungen. Das macht ihn auch für die ihm Nahestehenden so schrecklich rätselhaft. Wenn es etwas Charakteristisches an ihm gibt, dann sind dies seine Sprache und Gesten. Man erinnert sich seiner als einen Menschen, der immer in Bewegung ist.
Da sein Element die Freiheit und Ungebundenheit ist, empfiehlt es sich, bei ihm nicht mit Pünktlichkeit zu rechnen. Wer mit ihm einen festen Termin ausmacht, kann leicht enttäuscht werden. Niemand, auch er selbst nicht, kann wissen, welche augenblickliche Eingebung ihn plötzlich alles, auch die wichtigste Verabredung um sich herum vergessen lässt.
Materiellen Dingen misst dieses Zeichen wahrlich keine besondere Bedeutung bei. Wenn sie häufig in recht stabilen familiären und häuslichen Verhältnissen leben, so geht dies im Grunde darauf zurück, dass sie heilfroh sind, wenn sich jemand um die alltäglichen Notwendigkeiten kümmert. An sich binden kann man einen Wassermann niemals. Man kann ihn nur ziemlich verlässlich bei der Stange halten, wenn man ihm kleinliche Probleme vom Leibe hält.
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Der Skorpion und sein Charakter
Der Skorpion ist ein derart starkes und markantes Zeichen, dass man Menschen, deren Geburtssonne sich dort befindet, meist schon leicht an ihrem Äußeren erkennt. Skorpione strahlen häufig einen Hauch von Brutalität aus, selbst wenn sie alles andere als „Schlägertypen” sind. Es ist dies nichts anderes als der körperliche Ausdruck ihrer inneren Leidenschaftlichkeit und der immensen Willenskraft, die ihrem Zeichen zu eigen ist. Es gibt auch einen Skorpion-Typus, der kühl und unscheinbar wirkt, doch ihm blicke man nur einmal in die Augen, sagt das Skorpion Horoskop.
Der Skorpionblick hingegen ist von durchdringender Schärfe, manchmal eisig klar, manchmal wie ein Blitz aus dem Finsteren. Immer aber zieht er das Gegenüber mit magischer Gewalt in seinen Bann. Die Skala der typischen skorpionischen Wesenszüge reicht bei weitem über das extrem Düstere und Unheimliche hinaus. Dieses Element kann in seiner astrologischen Charakterbeschreibung nie fehlen. Man kann sagen, dass dieses Zeichen ein ungeheuer reichhaltiges ist, es verlangt vor allem viel Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung.
Skorpione sind nicht leicht zu durchschauen und sie verwahren sich auch mit großem Erfolg dagegen, mit allzu platten Vertraulichkeiten behelligt zu werden. Selbst aber durchschauen sie andere ausgezeichnet. Es ist äußerst schwer, einem Skorpion gegenüber ein Geheimnis zu bewahren. Der Skorpion kann schweigen wie ein Grab; Geheimnisse sind bei ihm bestens aufgehoben. Dennoch sollte ihm nur vertrauen, wer ihm gegenüber ein makellos reines Gewissen hat. Denn wenn diese Menschen verletzt werden, so ist mit ihnen wahrlich nicht gut Kirschen essen. Sie sind dann bisweilen zur abgründigsten Bösartigkeit fähig. Er ist das Zeichen der Rache. Als Wasserzeichen ist er ein Mensch starker Gefühle, vielleicht der stärksten des ganzen Tierkreises.
Als emotionaler Charakter ist er aber auch überaus empfindlich. Zwar bringt es ihn seelisch keineswegs um, wenn man ihn beleidigt oder ihm sonst wie Unrecht tut, doch er hat ein unerhörtes Sensorium für den eigenen — wie für den fremden — Schmerz: Er kann auch nicht die geringste Kleinigkeit vergessen. Wenn man ihm übel mitspielen will, so kann man seiner oft fürchterlichen Rache ziemlich gewiss sein. Der Skorpion ist nicht nur ein gefühlsstarkes Wasserzeichen, sondern auch das Zeichen des „Über-Mars”, das Pluto darstellt: Dessen ganze geballte Aggressivität und seine Affekte verbinden sich mit einer tiefen Emotionalität. Daraus kann manchmal eine hochexplosive Mischung entstehen. Da die Wasserzeichen aber introvertiert und zurückhaltend sind, kann er sich unglaublich gut beherrschen. Er wird niemals im ersten Affekt reagieren. Er lässt es sich nicht anmerken, wenn er gekränkt wurde. Innerlich aber bereitet er eiskalt und planmäßig den Racheakt vor.
Der Skorpion ist in jeder Hinsicht äußerst anspruchsvoll, besonders aber in der Wahl seiner Partner und Freunde. Es ist nicht leicht, mit ihm überhaupt ins Gespräch zu kommen. Viele Skorpione verschanzen sich vor oberflächlichen Menschen hinter einer Maske undurchschaubarer, glatter und kühler Freundlichkeit. Hat man aber das Vertrauen des Skorpions gewonnen, so darf man sich glücklich preisen. Denn nur äußerst selten vergibt dieser Mensch seine Sympathien an Unwürdige. Im Grunde ist Sympathie gar nicht der richtige Ausdruck für die Zuneigung dieses Sternzeichens. Denn bei ihm gibt es nur ganz starke Affekte oder gar keine. Wen der Skorpion für würdig befunden hat, für den setzt er sich bedingungslos ein, für den geht er durchs Feuer. Und das kann man auch wörtlich nehmen. Deshalb ist seine Rache so grausam, wenn er sich dennoch einmal in einem Menschen getäuscht sieht.
Liebe und unverbrüchliche Freundschaft bis in den Tod, das ist die Art seiner Zuwendung. Wer glaubt, mit einem Skorpion spielen zu können, sollte wissen, dass er mit dem Feuer spielt. Viele Skorpione entfalten die immense Stärke, die in ihnen schlummert, erst in Extremsituationen, in denen andere kapitulieren. Für sie ist keine Belastung zu groß. So äußern sich auch die Leidenschaften dieses Zeichens. Der Skorpion kann der Typ des „eiskalten Engels” sein. Sensiblere Menschen spüren es, dass er hinter seiner unbewegten Miene brennendes Begehren verbirgt. Er ist das Zeichen fleischiger Triebe und doch auch das der Askese. Er kann von einem Extrem ins andere fallen. Viele Skorpione machen zumindest einmal im Leben einen radikalen Wandel durch. Dies kann der Moment ihrer Läuterung sein. Vielfach suchen Skorpion-Menschen gänzlich unbewusst Extremsituationen auf.
Der Wille des Skorpion-Menschen ist stahlhart und äußert sich bereits in der Kindheit durch ausgesprochenen Eigensinn. Keiner kann so ruhig, entschieden und unwiderruflich „Nein” sagen wie er. Was er aber wünscht, was er begehrt, das verfolgt er mit Ausdauer und großer Leidenschaft. Er findet sich auch mit keinen Kompromissen ab. „Alles oder nichts” ist sein Leitsatz. Es gibt kein Zeichen, das sich so schwer anpassen kann wie dieses. Kampf und Streit weicht der Skorpion keineswegs aus, ja er sucht förmlich die Auseinandersetzung. Konflikte werden von ihm nicht verdrängt, sondern vielmehr auf die Spitze getrieben. Er ist der Typus, der Öl ins Feuer gießt statt es zu löschen.
Der Skorpion ist ein Verführer. Er geht dabei, wie bei allem, gleichzeitig aggressiv und nachhaltig vor. Er überrumpelt durch entwaffnende Direktheit ebenso wie durch raffinierte Taktik. Er ist ein guter Psychologe, wenn nicht bewusst, dann instinktiv. Er hat einen ausgezeichneten Spürsinn für die Schwachstellen seines Gegenübers. Zweifellos wohnt auch der Liebe des Skorpions ein sadistisches Element inne. Er neigt dazu, auch den Freund, mit dem er durch dick und dünn geht, von Zeit zu Zeit ein wenig zu quälen. Das Sprichwort „Was sich liebt, das neckt sich” könnte von einem Skorpion erfunden worden sein. Er hätte es auch ein wenig schärfer formulieren können: „Was sich liebt, das quält sich”.
Der Skorpion gibt sich nicht mit Kleinigkeiten zufrieden. Er strebt auch in seinem Lebensstil nach Extremen. Entweder möchte er im/Luxus schwimmen, an der Spitze stehen, alles nach seiner Pfeife tanzen lassen, oder er verachtet alles Irdische, ist materiell radikal anspruchslos und lebt praktisch nur in seelisch geistigen Kategorien. Diese verinnerlichten Skorpione haben oft mystische und okkulte Neigungen. Sie haben eine starke Beziehung zu allem, was mit Tod und Sterben zu tun hat. Alles Düstere und Geheimnisvolle zieht diese Menschen an. Das ist ein Geschenk ihres Herren Pluto, des Gebieters der Unterwelt.
Die sicherste Methode, seine Aufmerksamkeit zu erregen, ist, ihn selbst mit einem Geheimnis zu konfrontieren. Er möchte — wie Orion — jedes Geheimnis entschleiern. Doch selten sind Skorpion-Menschen so simpel wie der berühmte Jäger. Wenn sie auf ein Geheimnis stoßen, das auch sie nicht so leicht durchschauen können, werden sie allenfalls unruhig. Man kann sie kaum durch Vorspiegelung falscher Tatsachen aus der Reserve locken. Auch Imponiergehabe ohne realen Hintergrund hat ihr seelischer Röntgenblick bald entlarvt.
Doch wo sich ein rätselhafter Abgrund auftut, den es zu erforschen gilt, dort wird der Skorpion sehr angeregt. Es ist ja nicht die Sonne sein Element, sondern das Dunkel der Nacht. Ebenso verachten Skorpione billige Schmeicheleien. Denn sie durchschauen diese sofort. Doch wenn sie merken, dass sie wirklich bewundert werden, zeigen sie sich keineswegs unempfänglich. Sie lassen sich eben nicht so leicht täuschen. Sie sind zwar stolz und haben ein äußerst empfindliches Selbstbewusstsein, doch sie sind gleichzeitig so klug und beherrscht, sich dies nicht anmerken zu lassen.
Sie verbergen ihre verwundbaren Stellen mit Erfolg vor dem Gegner. Und sie wissen die Spreu vom Weizen zu trennen. Sie haben ein unbestechliches Gefühl für wahre Werte. Sie wissen auch um ihren eigenen Wert. Bescheidenheit ist nicht ihre Sache. Es mag sein, dass sie, wenn sie etwa gerade einen Rachefeldzug planen, auch diese „Tugend” vortäuschen, aber im Allgemeinen kann niemand so selbstverständlich und, ohne affektiert zu wirken, zu seinen Vorzügen stehen wie der Skorpion. Abschließend stellt das Skorpion Horoskop fest: Der Skorpion strebt nicht nach dem Schönen, Ästhetischen, sondern nach dem Faszinierenden. Das kann auch das sogenannte Hässliche miteinschließen. Am Ende aber steht die große Verheißung des Erlöstwerdens.
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Die Jungfrau und ihr Charakter
In dieser Welt, die man sich nicht ausgesucht hat, muss man zurechtkommen so gut es geht. Da mögen andere nun von großen Taten träumen, von hohen Zielen und Idealen sprechen, in ihre Gefühlswelt eingesponnen leben — die Jungfrau sieht, mit leicht ironischem Scharfblick, dass es vor allem darauf ankommt, ein gesichertes Auskommen und einen festen Boden unter den Füßen zu haben.
Der Grundzug ihres Wesen drückt sich nach außen hin bisweilen in einer zurückhaltenden Kühle, in manchen Fällen aber auch in einer gewissen nervösen Unrast aus. Diese Unrast ist nicht eigentlich extrovertiert, es wirkt vielmehr, als wären diese Menschen ständig auf der Suche nach etwas. Es ist die Suche nach Ordnung und Präzision, die Sorge, ob man nicht etwas vergessen haben könnte, die stets wache Bereitschaft, ob es nötig sei, Hand anzulegen oder eine günstige Gelegenheit nicht ungenutzt vorbeigehen zu lassen.
Doch auch der weniger materialistische Typ weiß das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Er stellt zwar im Inneren keine Rechnung an, doch instinktiv geht er dem Gefühlsabenteuer genauso aus dem Weg wie unrealistischen Luftprojekten im Bereich von Wirtschaft und Planung. Die „jungfräuliche” Zurückhaltung gegenüber allen Leidenschaften, den eigenen wie den fremden, entspricht durchaus dem Vernunftprinzip. Die Jungfrau weiß nur zu gut, dass sie vielleicht noch stärker als andere der Gefahr ausgesetzt ist, materiell und moralisch den Halt zu verlieren.
Die starke Waffe des Jungfrau-Menschen ist sein Verstand. Mit Schlauheit und Umsicht baut er sich seinen Verteidigungswall gegen Machtgelüste und Begierden seiner Umwelt. Manche Vertreter dieses Zeichens landen statt in der Ordnung im Chaos, in der Zerfahrenheit statt in der Genauigkeit. Dieses Sich-fallen-lassen ist bei Jungfrau-Menschen gefährlich, denn es fehlt ihnen eine starke Regenerationskraft.
Diese Menschen sind für die Mühen des Lebens empfänglicher als für seine Genüsse. Sie nehmen sich meist nicht viel Zeit für Essen, Ruhepausen oder heitere Geselligkeiten. Die kühle Jungfrau weiß noch besser mit ihren Kräften hauszuhalten als die nervöse. Der ruhige Typ wirkt meist recht vital und ausgeglichen, ist es aber innerlich doch nicht. Seine äußere Unbewegtheit täuscht über eine sehr rege intellektuelle Beweglichkeit hinweg.
Ein bestimmter Jungfrautypus ist die reinlichkeitsfixierte Persönlichkeit: Hier treffen wir jenen Ordnungs- und Putzfimmel an, der das Leben mehr zur Qual macht, als dass er es erleichtert. Eine weitere Ausformung der grundlegenden Jungfrau-Prinzipien ist die Pedanterie. Es sind hier jene Ordnungsfanatiker zu finden, bei denen die Bleistifte sauber ausgerichtet stets am selben Platz zu liegen haben, die keine Abweichung von einem starren Schema dulden und die jeder winzigen Ungenauigkeit und jedem kleinsten Fehler auf der Fährte sind. Der Blick für das große Ganze fehlt bei diesem Typus weitgehend, dafür entdeckt er jeden Fehler im Detail.
Der weitaus positivere Typus hat eine flexiblere Einstellung als der vorher genannte, ist aber von einem ausgeprägten Zweckmäßigkeitsdenken bestimmt. Er ist nicht unbedingt auf irgendeine Manie fixiert, doch betrachtet er alles aus dem Blick-»winkel realer Anwendungsmöglichkeiten und des praktischen Gebrauchs. Es gibt unter diesem Zeichen auch den Typus des Prüfers. Die Neigung, alles genau und kritisch zu prüfen, manifestiert sich aber auch bei jenen Menschen, die nichts kaufen, ohne vorher genaue Recherchen über die verschiedenen Preise eingezogen zu haben. Dasselbe gilt für ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet”, diesen weisen Rat befolgen diese Menschen bereitwillig.
Die Jungfrau besitzt die Fähigkeit, sich die Konsequenzen einer Handlung nüchtern auszumalen. So sehr kann sie gar nicht von einer Augenblicksstimmung oder von einer plötzlichen Begeisterung übermannt werden, dass sie nicht imstande wäre zu kalkulieren, wie sich die Angelegenheit weiter entwickeln könnte. Das Vernunftprinzip dominiert bei diesen Menschen so sehr, dass sie kaum Illusionen zum Opfer fallen. Sie werden nichts unternehmen, was ihrer Meinung nach im Laufe der Zeit mehr Schaden als Nutzen bringen könnte.
Kritik ist eine weitere auffällige Jungfrau-Domäne. Im negativen Ausnahmefall begegnen wir jenen Naturen, die bei sich und anderen ständig auf der Suche nach Schwächen und Fehlern sind.
Sinnenrausch und Ekstase sind der Jungfrau ebenfalls ausgesprochen suspekt. Manche neigen im Hinblick auf ihre eigenen Triebwünsche zur Versachlichung. Sexualität wird ihnen zum Konsumgegenstand.
Jungfrauen haben daher auch eine sozialkritische Begabung. Sie schätzen Satire und politisches Kabarett. Sie haben einen guten Blick für Tendenzen, die ein gesellschaftliches Gefüge bedrohen. Lehnen sie diese Bedrohungen ab, so werden sie zu scharfen Kritikern utopischer Vorstellungen und wahnhafter Bestrebungen. Befürworten sie aber diese Tendenzen, dann nicht, weil sie die Verhältnisse einfach umstürzen wollen, sondern weil ihrer Meinung nach die herrschenden Zustände unvernünftig sind und ins rechte Lot gerückt werden müssen. Das Zweckmäßigkeitsprinzip wird sich in diesem Idealfall nicht als kurzsichtiger Materialismus äußern, sondern auf die praktischen Bereiche des Lebens beschränkt bleiben und dort den Menschen vor manchem Missgriff bewahren. Alle die verschiedenen typischen Einzelmerkmale, denen ein kühles und nervöses Grundtemperament gemeinsam ist, kommen letztlich in drei relativ klar umrissenen Hauptcharakteren zusammen.
Der erste ist der beherrschte Charakter. Er ist durch Ordnungssinn, Verzichtbereitschaft und Zurückhaltung geprägt. Im positiven Fall sind dies die mäßigen, ruhigen, seriösen Menschen, denen man, besonders in praktischen Dingen, unbedingt vertrauen und auf die man sich wie auf eine präzis gehende Uhr verlassen kann. Im negativen Fall eignet diesem Charakter durch Übersteigerung etwas einengend Zwanghaftes an. Dies ist dann die Neigung zu zweckentfremdeter Pedanterie, zum Kleinkrämerischen, zur Schulmeisterei, zur Kritiksucht.
Der zweite ist der scheinbar entspannte, der sich gegen die auf ihn einstürmenden Begierden und Verlockungen nicht abschließt, sie nicht kontrolliert, sondern sie absorbiert und kalt und vernunftmäßig exekutiert. Dies ist im positiven Fall eine Art kühler Genießer, ein distanzierter Lebenskünstler. Ironisch gibt er seinen Trieben nach, verbindet meist raffiniert das Nützliche mit dem Angenehmen.
Er ist ein witziger, leicht zynischer Gesprächspartner, er hat meist etwas von einem sympathischen, aber leicht unheimlichen Faun an sich. Da sein Kontrollbedürfnis nicht ganz so ausschließlich ist wie beim ersten Typus, lässt er sich zumindest von Fall zu Fall exzessiv gehen, und ist daher öfter in Unannehmlichkeiten verstrickt. Dennoch hat auch dieser Typus vernunftmäßige Schranken eingebaut, die ihn zumeist vor dem Ärgsten bewahren.
Und schließlich gibt es noch den ambivalenten Typus. Er trägt die Charakteristika der beiden ersten Typen in sich. Im Laufe seines Lebens, manchmal auch in kurzen Abständen, pendelt er zwischen Beherrschung und Entspannung, auch bisweilen zwischen einer manisch verkrampften und einer kühl distanzierten Haltung hin und her. Dieser Typus kann sich bis zum Klassischen steigern, dem nichts Menschliches fremd ist, ‘der alles kennt und alles versteht und der dennoch alles mit dem klaren Maß der Vernunft ordnet und in großzügigen, aber bestimmten Schranken hält.
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Der Steinbock und sein Charakter
Das körperliche Erscheinungsbild des typischen Steinbock-Menschen, in dem sich auch sein Charakter ausdrückt, ist ein wenig seltsam. Man könnte am ehesten sagen, es weise in die Vergangenheit. Was den Steinböcken mit nur wenigen Ausnahmen charakterlich gemeinsam ist, ist ihre starke Gesellschaftsbezogenheit. Das verbindet sie mit dem Zeichen der Waage (zwischen diesen beiden Zeichen werden auch viele Ehen geschlossen), doch die Orientierung des Steinbocks ist auch in dieser Hinsicht eine etwas andere. Er ist sozusagen die „fleischgewordene Staatsraison”. Er fühlt sich, und sei es unbewusst, als ein Wahrer gesellschaftlicher Normen und Traditionen.
Das macht ihn einerseits ungemein seriös. Diese scheinbare Anpassung ist aber kein Zeichen von Charakterschwäche oder Mittelmäßigkeit. Nein, in seiner Seriosität äußert sich ein bestimmter Wille: Kontakt mit der Vergangenheit zu wahren.
Diese Einstellung äußert sich typisch auch im zwischenmenschlichen Kontakt. Der Steinbock liebt Menschen, die Erfahrung haben, aus einer inneren Affinität heraus. Menschen gegenüber, die es an Klugheit und Besonnenheit mangeln lassen, kann er beißende Ironie hervorkehren. Er hat auch ein phänomenales Gedächtnis, besonders im Hinblick auf derartige Schwächen seiner Mitmenschen. Wo er Mangel an Seriosität, Falschheit, Duckmäusertum erkennt, dort deckt er durch geschickte, dezente Fragen bald die Schwächen seines Gegenübers auf.
Der Steinbock tut dies nicht aus persönlicher Bosheit heraus, sondern er handelt tatsächlich im Interesse einer übergeordneten Instanz: der eines perfekten Gesellschaftsgefüges. Darum sind unter den Steinböcken auch so viele gesellschaftskritische Schriftsteller und ätzende Satiriker. Sei es im Beruf oder im Privatleben, in Kunst oder in Politik — Gefälligkeit und Unterhaltung sind nicht, was der Steinbock-Mensch unter Lebenssinn versteht. Er weiß, dass er vor allem Verantwortung zu tragen hat.
Der Beruf ist für ihn Ausdruck des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Er identifiziert sich mit der Arbeit als solcher, mit ihrem gesamten Umfeld. Daher wird er auch in dieser Sphäre oft politisch aktiv. Die gleiche Einstellung hat er zu Ehe und Familie. Es gibt kaum Eltern, die sich ihrer Verantwortung den Kindern gegenüber mehr bewusst sind als die Vertreter dieses saturnischen Zeichens. Natürlich sind Steinböcke zutiefst konservative Menschen. Die Aufgabe dieses Zeichens ist es nicht, Neues zu erfinden, sondern das Bewährte fortzuführen und mit eiserner Konsequenz und Geduld gewisse Richtlinien einzuhalten. Sie verhalten sich unbekannten Personen gegenüber zunächst einmal reserviert freundlich. Sie warten ab, wie sich der Charakter ihres Gegenübers zu erkennen geben wird und behalten sich eine mögliche Distanzierung vor. Sie sind nicht frei von Misstrauen, aber dieses Misstrauen ist meistens nur gesunde Vorsicht.
Der Steinbock knüpft gerne im Gespräch an Vergangenes an und vermittelt so einen Eindruck von Kontinuität. Er kann warten, und er hat eine Engelsgeduld. Seine Stärke ist der lange Atem, das Durchhaltevermögen und die Ausdauer. Vom Wesen her ist er oft ein sogenannter „Spätzünder”. Der Schwerpunkt seines Lebens liegt nicht in der Jugend, sondern in den reiferen Jahren und im Alter. Auch stellt er an einen Partner hohe Ansprüche im Hinblick auf innere Werte und gesellschaftliche und charakterliche Untadeligkeit.
Und auch er selbst will erst in materieller Hinsicht etwas aufgebaut haben, bevor er sich der ernsten Aufgabe der Familiengründung widmet. Er ist der Letzte, der in eine Ehe als Wagnis hineinstolpert. Der Steinbock kann sogar ausgesprochen sentimental sein. Dass er dies zu erkennen gibt, setzt allerdings ein großes Maß von Vertrautheit mit ihm voraus. Das kann sich in künstlerischen, oft musikalischen Vorlieben äußern, aber auch in der Liebe zu Kindern oder Tieren. Woran er sein Herz hängt, davon lässt er nie. Überwältigen können ihn seine Gefühle allerdings kaum. Seine größte Ambition entfaltet er doch in praktischen und materiellen Dingen. Manche Steinböcke sind ausgesprochene Materialisten. Sie wissen nur zu gut, wie wichtig das Geld im Leben ist und setzen einen großen Eifer daran, es zu verdienen und zusammenzuhalten. Er misst der materiellen Basis im Leben einen großen Wert bei. Der Erwerb einer Sache bedeutet ihm sehr viel. Auch hierin bevorzugt er das Dauerhafte und Solide. Das können Antiquitäten sein oder Grundbesitz, Aktien oder Juwelen.
Dazu werden Steinböcke nicht selten uralt. Da kann schon einiges zusammenkommen. Sie konservieren sich körperlich und geistig besser als die meisten anderen Menschen. Der alte Steinbock kann freilich bisweilen recht griesgrämig sein; doch auch dann besitzt er nicht selten eine Art melancholischen Charme, der ihn auch als sehr liebenswürdig erscheinen lässt. Das typische Steinbock-Temperament ist phlegmatisch bis melancholisch. Es gibt Steinböcke, die in ihren Gesten, in Gang, Mimik und Reaktionen die ganze bleierne Schwere und lähmende Langsamkeit des Saturn vermitteln. Dazu kommen dann meist noch die Waffen der süffisanten Ironie und des sarkastischen Spotts. Mit ihnen ist er nahezu unschlagbar.
Der Steinbock liebt im Allgemeinen das Ernste mehr als das Lichte und Freundliche. Nach außen hin auf dezente Gediegenheit bedacht, kann er in seiner Privatsphäre insofern Ausgefallenes bevorzugen, als es ihm oft gar nicht düster und altertümlich genug zugehen kann. Höchst merkwürdig ist die Tatsache, dass wir unter diesem Zeichen manche berühmte Heilige finden. Es ist anscheinend weniger die Neigung zur Mystik als vielmehr die Fähigkeit dieses Zeichens, zu erdulden, was es zu dieser religiösen Vorbildhaftigkeit prädestiniert. Damit kommen wir nun auch auf die Steinbock-Frau zu sprechen, denn unter den Heiligen finden wir auch solche bekannten Gestalten wie die Jungfrau von Orleans oder die Heilige Bernadette Soubirous, das Mädchen von Lourdes. Der Steinbock ist ein sogenanntes weibliches Zeichen. Es ist aufnahmebereit, passiv, von nachhaltiger Empfindung.
Die Herrschaft im weiblichen Zeichen jedoch bringt es mit sich, dass er sich gerade für das spezifisch Weibliche ungemein vorteilhaft auswirkt. Was an der Steinbock-Frau fasziniert, ist die Tatsache, dass sich bei ihr körperliche Attraktivität mit einer geradezu eisigen ernsten Seele verbindet. Gerade das verdreht dem Eroberertyp den Kopf. Mit keiner Frau hat es der Charmeur so schwer wie mit dieser. Doch die Steinbock-Frau ist kein „Weibchen”. Sie ist alles andere als ein Dornröschen, das nur darauf wartet, dass der Prinz sie wachküsst — sie weiß genau, was sie will. Und sie interessiert sich weit mehr für Wissenschaft und Philosophie oder für Geschäfte als für das Verführen und Verführt werden.
Da sie aber sehr klug ist, hat sie, wenn es sein muss, nichts dagegen, die Verliebtheit der Männer auszunützen. Denn diese sind ihr gerade deshalb so verfallen, weil sie spüren, dass diese Frau mehr als schön und begehrenswert ist. Sie sind irritiert und fasziniert zugleich von der Tatsache, dass sie es mit einer Frau zu tun haben, die ihnen in puncto „männlicher” Qualitäten oft überlegen ist. Kein Wunder, dass Steinbock-Frauen überdurchschnittlich oft Karriere machen.
Der berühmte (oder auch berüchtigte) Ehrgeiz dieses Zeichens wird nur dann zu rücksichtslosem Tyrannentum und kaltem Machtstreben, wenn die eine Seite des Saturn, des kalten Titanen, der den Vater tötete, Dominanz erlangt. Wenn der Steinbock beide Seiten des Saturnprinzips in sich entwickelt, so wird er sowohl sentimental phlegmatisch als auch kalt ehrgeizig sein, darüber hinaus kann er dann auch schon in jüngeren Jahren so etwas wie die Heiterkeit des Alters ausstrahlen. Der Steinbock kann abwarten, bis seine Zeit (wieder) gekommen ist. Er setzt sich nie im direkten Angriff durch, sondern seine Waffen sind Klugheit, mit Untadeligkeit gepaart. So wird gerade er, der vielleicht in früheren Jahren Schüchterne, der Spätzünder, der Unscheinbare, je älter er wird, desto angesehener und unschlagbarer.
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Der Löwe und sein Charakter
In diesem königlichen Zeichen das Licht der Welt erblickt zu haben ist ein großes Geschenk und eine große Hypothek zugleich. In ihrem Herrschaftszeichen schenkt die Sonne ein gehöriges Maß an Vitalität, Widerstandskraft und Selbstbewusstsein. Der typische Löwe schreitet einher wie das blühende Leben. Er schreitet — das Wort ist wohlgewählt, denn dies ist die Art, wie sich Majestäten zu bewegen geruhen. Der Löwe ist von dem Bewusstsein durchdrungen, etwas Außerordentliches zu sein und von Rechts wegen Vorzüge beanspruchen zu dürfen.
Und das ist nun die Hypothek, mit der er schon auf die Welt kommt. Denn die Gesellschaft fragt ja nach Leistungen, nach Qualifikationen oder nach Titeln. Doch auch wenn der Löwe nichts von alledem mitbringt, er tritt auf, setzt sich in Szene und beansprucht den Platz in der Mitte des Geschehens. Es kommt nun nicht selten vor, dass diese unbewusste Taktik Erfolg bringt. Das gewinnende und sympathische Wesen des Löwen, gepaart mit selbstsicherem Auftreten, lässt ihm im Nu alle Herzen zufliegen. Er macht schneller als andere Karriere und muss sich dazu auch gar nicht allzu sehr anstrengen.
Es ist aber ebenso oft der Fall, dass ihm seine Ansprüche zum Verhängnis werden. Denn es fehlt ihm etwas, was zum Vorwärtskommen mindestens ebenso unerlässlich ist wie Selbstbewusstsein: nämlich die Schlauheit, die Schwächen seiner Mitmenschen auszunützen, die taktischen Winkelzüge, die manchmal notwendige gespielte Bescheidenheit. Das kommt aber daher, dass er sich so im Besitz der Macht wähnt, dass er meint, es gar nicht nötig zu haben etwas zu verbergen. Dadurch verhält er sich nur allzu leicht äußerst naiv.
Nun aber kommt das Merkwürdigste. Die Einbildungskraft vermag nämlich vieles. Und der Löwe besitzt dazu tatsächlich „Löwenkräfte”. Sobald er merkt, dass er „de facto” ins Hintertreffen geraten ist, erbringt er herkulische Leistungen, ja er kann sogar eine gewisse Durchtriebenheit entwickeln. Und staunend gewahrt alsbald seine Umgebung, dass sie sich doch in ihm getäuscht hat. Er ist eben nicht jener harmlose, bequeme Typ, für den sie ihn so lange gehalten hat, sondern ein Raubtier, und ein kapitales noch dazu.
Beim Löwen im Allgemeinen, und wenn er seinen Platz und sich selbst gefunden hat, paart sich Würde mit Herzlichkeit. Er kann maßlos arrogant wirken. Und dennoch hat diese Protzerei etwas Liebenswertes an sich, denn sie ist im Grunde keine; sie wirkt bloß oberflächlich betrachtet als solche, denn Aufwand und Luxus entsprechen seinem natürlichen Wesen; daher seine Herzlichkeit, bei allen Äußerlichkeiten.
Innerlich sind Löwen Idealisten bis ins Mark. Das drückt sich in ihrer Einstellung zum Geld aus. Wenn sie welches haben, dann nicht des Besitzes wegen, sondern um des Eindrucks willen — daher die scheinbare Protzerei. Wer nach außen hin glänzen will, ist eigentlich kein Materialist. Er ist vielleicht Egoist — der Löwe ist das zweifellos — aber dieser Egoismus hat sehr ideelle Aspekte. Es geht dem Löwen um die Macht, keine Frage. Aber es ist eine Macht wie die der Sonne, an der man sich wärmen kann. Daher ist der Löwe Idealist und Machtmensch zugleich. Er wirft das Geld mit vollen Händen unter die Leute, damit man seine Großzügigkeit preist. Er behängt sich mit Gold und Diamanten, aber er macht mit dergleichen auch mit Freude großzügige Geschenke. Immer läuft er dabei Gefahr, ausgenützt zu werden.
Die Offenheit aber, die Neigung, sein Herz auf dem Präsentierteller vor sich herzutragen, der offen geäußerte Machtanspruch sind die wahren Fallstricke auf seinem Weg zum Erfolg. Sie treffen den Löwen mit Sicherheit an seinem wundesten Punkt: seinem Stolz. Er hat ein ausgeprägtes Gefühl für Machtfragen. Darum interessiert er sich auch so für Politik. Doch auch im privaten Bereich beschäftigt es ihn sehr, mit fremden Machtansprüchen fertig zu werden und den eigenen durchzusetzen. Dabei kann es gerade bei diesem Sternzeichen stärksten Selbstbewusstseins dazu kommen, dass es Minderwertigkeitskomplexe entwickelt.
Das macht ihn für Schmeicheleien anfällig. Man sollte es kaum für möglich halten, was er an Komplimenten verträgt. Nur schwer durchschaut er Falschheiten und berechnende Absicht. Er unterliegt oft dem Zauber einer attraktiven Körperlichkeit, oder andererseits der Schmeichelhaftigkeit, selbst begehrt zu werden, und stürzt sich so Hals über Kopf in eine Beziehung, von der ihm dann bald nur noch die vielen Kinder oder die Alimente bleiben.
Der Löwe kann sich nur schwer oder eigentlich gar nicht anpassen. Man hat sich ihm anzupassen, und wenn einem das nicht gefällt, so ist man des Löwen eben nicht würdig. Der Löwe liebt Szenen und Auftritte. Kein Löwe macht Besuch, sondern er gibt sich die Ehre. Er sitzt auch bei sich zu Hause nicht mit anderen beisammen, sondern hält Hof.
Sein Zorn ist furchtbar. Er ist ein Choleriker, aber ein würdevoller. Man hat seine Ausbrüche, sein Toben und Tosen mit gebührendem Erschrecken und tunlichst unter Zerknirschung entgegenzunehmen. Obwohl sie in ihrem Stolz so verletzlich sind, vertragen die Löwen ansonsten schon allerhand. Im Gegenteil: Der zumeist eher zur Trägheit neigende König wird erst durch außergewöhnliche Belastungen und Schicksalsschläge zu herkulischen Leistungen fähig. In Situationen, wo andere verzagen, beweist er erst ganze gewaltige Energie.
Dass er ein Raubtier ist, bemerkt man — in sublimierter Form — unter anderem daran, dass er Gefallen findet an allerhand drastischen Scherzen, brutalen Darbietungen wie Boxen oder Freistilringkämpfen und auch am Humor schwärzester Sorte. Man sollte ihm seine unleugbare Bequemlichkeit nicht vorhalten. Denn wie die Raubkatze braucht er ausgiebige Ruhepausen, um Kraft für große Taten zu sammeln. Unter diesen Voraussetzungen besitzt der Löwe, wie es seinem Zeichen entspricht, ein Herz aus Gold, und groß und klein kann sich an seinem sonnigen Gemüt wärmen.
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Der Schütze und sein Charakter
Schützen wirken fast nie abweisend, sondern häufig sogar ausgesprochen extrovertiert und aufgeschlossen, stellt das Schütze Geburtshoroskop fest. Bei manchen beobachten wir, wenn sie zur Tür hereintreten, den „Hoppla — jetzt komm ich!”-Effekt. Fast immer strahlt der Schütze eine gehörige Portion Optimismus aus.Doch auch der selbstbewussteste Schütze hat nichts vom Stürmischen des Widders oder vom Majestätischen des Löwen an sich. Er ist zwar, wie diese Zeichen auch, ein Feuer-, also ein Willenszeichen, doch er strahlt diesen Willen nicht aus, sondern lässt sich von ihm ergreifen.
Sehr charakteristisch für diesen Menschen ist seine Offenheit. Er platzt mit der Wahrheit heraus, egal ob sie für die Umgebung angenehm oder unangenehm ist. Er ist der Typ, dem oft etwas herausrutscht, worauf er erröten muss, weil es eine peinliche Wirkung hervorbringt. Wenn einem der Schütze offen etwas Unangenehmes sagt, so tut er dies keineswegs aus Bosheit, sondern es passiert ihm einfach oder er meint es wirklich gut. Er braucht aus seinem Herzen keine Mördergrube zu machen, denn sein Charakter ist reine und lautere Offenheit.
Seine Großzügigkeit übertrifft fast noch die des Löwen. Er besitzt eine Freigiebigkeit, die hart an den Rand des Leichtsinns gerät. Es ist auch nicht herablassendes Gönnertum oder Großmut, was ihn zum Wohltäter macht, sondern reine Begeisterung, die Lust an der Üppigkeit. Allen soll es gut gehen. Optimismus verbindet sich bei ihm nicht nur mit Großzügigkeit, sondern mit geradezu unglaublicher Menschenliebe.
Der mehr verinnerlichte Typ kann sich mit großer Begeisterung einem großen, humanen Ideal verschreiben. Die Begeisterung des Schützen ist allerdings von einer Schwäche gekennzeichnet: Er neigt zu Strohfeuern. Rasch entflammt verliert er bald den Schwung, wenn er auf härtere Widerstände stößt. Wir finden unter diesem Zeichen die reiselustigsten Menschen. Oft schon früh zieht es sie in die weite Welt und sie behalten das Fernweh bis ins hohe Alter. Es zieht sie immer in andere, neue Länder. Mühelos können sie sich fremden Gewohnheiten und Sitten anpassen.
Das Prinzip des Schütze Geburtshoroskops heißt Raumeroberung. Das kann auch nach innen hin stattfinden. Sollte er nach außen hin sesshaft erscheinen, so kann man sicher sein, dass er eine Bibliothek voll von Reiseberichten, Abenteuerromanen und Bildbänden von fernen Ländern hat. Der Schütze verzeiht fast alles und trägt nichts nach. Man kann ihn mit den unglaublichsten Grobheiten konfrontieren und wird dennoch nie Rachegefühle in ihm wecken.
Sehr ätherische Vertreter dieses Zeichens wirken ungeheuer behutsam, sind grenzenlos rücksichtsvoll und verbreiten dabei doch eine geradezu sakrale Aura, sodass man keineswegs mit ihnen herumspringen möchte. In gewisser Hinsicht aber braucht gerade dieser Typus einen harten, starken Charakter, an dem er wachsen kann. Dem Schützen ist nicht am materiellen Wert gelegen, sondern an der Möglichkeit, die Freiheit und Unbegrenztheit zu genießen.
Viele Schützen sind ausgesprochene Lebenskünstler. Sie verstehen es, aus allem das Beste zu machen, auch aus Mangelhaftem. Sie sind anpassungsfähig und verstehen es dennoch, ihre Freiheit zu wahren. Denn Freiheit bedeutet ihnen nicht Auflehnung und Revolte, sondern Großzügigkeit und Toleranz. Mit anderen auszukommen bedeutet ihnen mehr Selbstentfaltung als Beharren auf egoistischen Bestrebungen. Schützen, die zurückhaltend wirken, sind kaum je wirklich reserviert oder gar verschlossen, sondern meist bloß schüchtern. Ganz anders etwa als Skorpione vermag man sie leicht aus der Reserve zu locken.
Der Schütze ist auf den fremden Willen hin ausgerichtet. Aber er hat oft nicht die Neigung, selbst die Initiative zu ergreifen. Er ist nichts für Charaktere, die selbst labil und schüchtern sind, auch fühlt er sich von solchen eher irritiert oder unverstanden. Aber für Menschen, die wissen, was sie wollen, und dem auch gehörigen Nachdruck verleihen können, ist der Schütze ein herrlicher Resonator. Er ist sozusagen „zerbrechlich, doch nicht zu zerbrechen”, wie dies einmal Erich Kästner formulierte. Von fast allen Schützen empfängt man schon bei der ersten Begegnung den Eindruck edler, herzlicher Menschlichkeit. Die Schütze-typische Frömmigkeit als Ergebung in einen höheren Willen, der Enthusiasmus für das Große und Erhabene kann bei bestimmten Voraussetzungen in Frömmelei ausarten. So gesellt sich der Bigotterie ein missionarischer Eifer bei, der weniger von glühender Leidenschaft als vom öfters erhobenen moralischen Zeigefinger seine Überzeugungskraft beziehen will.
Handelt es sich um eher weltliche Charaktere, so kommt es im negativen Fall zu Großsprechertum und Prahlerei. Solche Menschen äußern gern ihre Verachtung für diejenigen, die sie als schwach, unfähig oder minderbemittelt ansehen. Ein weiterer negativer Fall tritt dann ein, wenn das starke Loyalitätsgefühl dieses Zeichens zu ängstlicher Sorge um seinen Ruf bei den Mitmenschen tendiert und zum alles beherrschenden Motiv wird. Gerade der Schütze ist ja keineswegs ein Charakter, der sich gerne etwas versagt. Müsste er dieses aber, weil er ja andererseits auf Anerkennung durch die Gesellschaft Wert legt, so kommt es dazu, dass er „Wasser predigt und Wein trinkt”.
Je liberaler eine Gesellschaft ist, desto mehr kommt sie den Bedürfnissen des Schütze-Menschen mit all seinen Schwächen und Stärken entgegen. Oft kommt es dazu, dass Schützen ein Doppelleben führen. Nach außen hin bewegen sie sich als untadelige und biedere, angesehene Bürger, im Verborgenen gehen sie ihren üppigen Gelüsten nach. Es ist dem Schützen möglich, seinen Hang zum Doppelleben zu sublimieren. Er wird dann etwa sehr wohl in den verschiedensten Sphären verkehren, dies nicht unbedingt ausposaunen, aber doch — etwa in der Sphäre von Kunst und Wissenschaft — auf einen Nenner bringen.
Es liegt sogar im Wesen dieses doppelgesichtigen Zeichens, dass in ihm höchste Moral mit Leichtsinnigkeit Hand in Hand gehen kann. Und nicht immer müssen diese beiden Sphären voneinander nach der Weise des Doppellebens getrennt sein. Es geht ihm letztlich um die Herstellung einer großen, gütigen, dabei aber doch strengen Wertordnung, in der sich alles und jeder entfalten kann. Dieser hohe, bisweilen etwas weltfremde Anspruch führt natürlich oft zur Enttäuschung. Der Schütze wird dennoch kaum zu jenem Pessimisten, von dem man sagt, er sei „ein Optimist, der nachgedacht hat”. Aber er kann zum Verzweifelten werden. Kaum ein Zeichen ist so der Gefahr ausgesetzt, mutlos und verzagt zu werden, wie dieses. Wenn er in seinen Ansprüchen übers Ziel hinausschießt, wenn sein Glaube an das Gute und Hohe enttäuscht wird, fällt der Schütze nur zu leicht der Resignation anheim.
Nicht nur das Grundprinzip des Glaubens, sondern auch das der Hoffnung und der Liebe finden im Schützen ihre reinste Verkörperung. Die Schwächen, die ihm von Fall zu Fall anhaften, sind nur die Kehrseite dieser hohen moralisch-ethischen Ausrichtung. Vielleicht kann man das, was den Kern des Schützen bei aller Ambivalenz ausmacht, letztendlich nur in der Musik vollkommen empfinden, denn dieses Zeichen ist auch das musikalischste von allen, bestätigt das Schütze Geburtshoroskop.
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