Der Wassermann-Mann in der Liebe
Wie alle anderen astrologischen Luftzeichen hat auch unser eigenwilliger Wassermann-Adam seine Schwierigkeiten mit diesem rational unbegreifbarem Etwas, das sich Seele und Gefühlsleben nennt. So ist auch seine Liebesfähigkeit eher eine Kopfentscheidung, ob er den damit verbundenen Gefühlsmomenten die Erlaubnis geben soll, in seinem Leben eine Hauptrolle einzunehmen.
Unser bizarrer Menschenfreund mit dem Hang zur seelischen Einsamkeit hat es dadurch leicht, sich über die für ihn schwülstigen, sinnlich-emotionalen Bedürfnisse seiner Partnerin hinwegzusetzen. Das bringt ihm unweigerlich den Ruf eines gefühlskalten Einzelgängers ein, der über Gefühlsleichen wandelt.
Aber diese Verhaltensstrategie ist nur ein persönliches Schutzschild für ihn, hat er doch im Grunde keinen blassen Schimmer, wie in einer erfüllten Liebesaffäre mit dem sensiblen Instrument der Gefühle gespielt werden soll. Dickköpfig und stur setzt er seine Erfahrungsmomente als das “Nonplusultra” an und verlangt von seiner Partnerin, ihn einfach so zu nehmen, wie er sich gibt. Er lässt sie ja auch in Ruhe, und sie kann machen, was sie will.
Also macht er auch, was er will, und das besonders im zwischenmenschlichen Bereich. Sicherlich
ist er ein begnadeter Entdecker und Erfinder, der ein Faible für die allerneuesten gesellschaftlichen und futuristischen Strömungen hat. Gerade auf partnerschaftlichem Gebiet jedoch versagt des Öfteren seine geniale Kunst, aus dem Geistigen neue Lösungen für die menschlichen Grundbedürfnisse zu entwickeln.
Unser eigenwilliger Held kann, bildlich gesehen, die größten und stilistisch schönsten Brücken konstruieren, deren ausgeklügelte Statik und Belastungsfähigkeit einen kleinen Ausschnitt aus seiner genialen Weitsichtigkeit widerspiegelt. Doch als Brückenbauer auf partnerschaftlichen Gebieten finden wir hier eher den Typus des vom Leben herb enttäuschten Wassermann-Adams. Oft hat er sich allzu egoistisch und seelisch abweisend den Weg zu seinem Herzen verbaut.
Bei unserem geistig fixierten Helden finden wir oft einen besonderen, tragikomischen partnerschaftlichen Schlagabtausch mit einem ehemals geliebten Menschen. In seinen Augen hat dieser es nie verstanden, ihn ganz und gar so anzunehmen und so zu akzeptieren, wie er ist.
Doch für andere, mehr gefühlsmäßig orientierte Tierkreiszeichen erscheint unser skurril vergeistigter Held eher als eigensinniger und mit der Zeit immer mehr verschrobener Einzelgänger, mit dem auf Dauer keine echte tief greifende Partnerschaft wachsen kann.
Zu abrupt wechselt unser aus dem Kopf lebender Held die Pferde mitten im wilden Galopp und
schlägt für seinen Partner einen nicht voraussehbaren Lebensweg ein. Das hält auf Dauer kein „normaler” Mensch aus. Doch den normalen Menschen sucht er ganz bestimmt nicht, am allerwenigsten in der Liebe.
Nein, eine ganz ausgefallene Liebe sollte es schon sein. Seine Wunschfrau ist eine selten zu verwirklichende, unbefriedigende Projektion seiner Seele, die gerne aus dem geistigen Gefängnis seiner Welt entfliehen möchte. Ein immens hoher Anspruch an seinen Partner ist meist die Folge davon.
Aber es gibt auch Wassermann-Männer, die mit sich und der Welt ins Reine gekommen sind und die ihr besonderes Schicksal angenommen haben und versuchen, mit dem Kopf unterm Arm aus der Mitte des Bauches zu leben. Das sind die wahren Menschenfreunde, die geborenen, verständnisvollen Liebhaber, die gleich von vornherein klarstellen, dass sie keine normale Ehe und keine Beziehung auf Dauer anstreben. Viel lieber lassen sie sich frei und ungebunden von Gefühl und Geist tragen. Einer flüchtigen und ereignisreichen Begegnung gegenüber sind sie sehr aufgeschlossen. Sie ziehen es aber schnell wieder vor, sich aus dem Verhältnis zu lösen, wenn sie merken, dass es wieder mal sehr eng für sie ums Herz wird.
So bleibt unser Wassermann-Adam seinen Partnern ein ganzes Leben ein Buch mit sieben Siegeln, dessen menschliches Geheimnis er sich selbst zu finden vorgenommen hat, das ist das ganze Problem dabei. Man könnte sagen, sie geizen mit Liebe, haben sie doch den nie versiegenden Urquell dieser Erfahrungswelt noch nicht vollständig in sich entdeckt und erschlossen.
Und auf dieser eigenwilligen, unbeschreiblich fremd wirkenden Suche nach dem persönlichen Schlüssel zu sich selbst bleiben viele unserer Helden auf dem Weg stecken und verstricken sich in egoistische, weltfremde Anschauungen und Einsichten, die selten jemand ganz nachvollziehen kann. Es fehlt die Kraft, sich ganz und gar in eine rundum erfüllte und sinnlich-emotional bereichernde Liebe zum du einzubringen. So hofft ein Wassermann-Mann immer, die einzig wahre und echte ihn liebende Frau zu finden, die ihm aus diesem kosmischen „Schlamassel” heraushelfen wird.
